Freiwilligkeit beim Rücktritt vom Versuch

Strafbefreiender Rücktritt vom Versuch: Der Täter eines versuchten Delikts kann “durch die Aufgabe der weiteren Tatausführung strafbefreiend vom Versuch zurücktreten, wenn er freiwillig die weitere Ausführung der Tat aufgibt” (§ 24 Abs. 1 Satz 1 Alt. 1 StGB). Bei der Frage, wann aber Freiwilligkeit vorliegt, ergeben sich mitunter Streitpunkte, etwa wenn der Täter äussere Umstände in seinen Entschluss, die Tat abzubrechen, mit einbezieht.

Grundsätzlich gilt mit der ständigen Faustformel des Bundesgerichtshofs, dass Freiwilligkeit dann vorliegt, wenn der Täter „Herr seiner Entschlüsse“ geblieben ist und er die Ausführung seines Verbrechensplans noch für möglich hält, er also weder durch eine äußere Zwangslage daran gehindert, noch durch seelischen Druck unfähig geworden ist, die Tat zu vollbringen (BGH, 2 StR 643/13, 4 StR 282/17, 1 StR 646/18).

In einer Pointierung lässt sich mit dem BGH sagen, dass erst wenn durch von außen kommende Ereignisse aus Sicht des Täters ein Hindernis geschaffen wurde, welches der Tatvollendung zwingend entgegensteht, dieser nicht mehr Herr seiner Entschlüsse und eine daraufhin erfolgte Abstandnahme von der weiteren Tatausführung als unfreiwillig anzusehen (BGHm, 2 StR 284/19 und 1 StR 646/18).

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