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Zivilrecht & ZPO

Reiserecht: Reisender muss bei kurzfristiger Überbuchung kein anderes Reiseziel akzeptieren

Kann ein Reisender eine seit Wochen gebuchte und vom Veranstalter bestätigte Reise nicht antreten, weil der Veranstalter drei Tage vorher mitteilt, die Ferienanlage sei überbucht, so ist er nicht verpflichtet, eine vom Veranstalter angebotene alternative Reisemöglichkeit auf eine ähnliche Ferieninsel wahrzunehmen, auf die er nicht reisen möchte.

Das Oberlandesgericht (OLG) Celle begründete diese Entscheidung damit, dass der Reiseveranstalter durch die Überbuchung seine vertraglichen Pflichten nicht erfüllt hat. Der Reisende kann auch nicht unter dem Gesichtspunkt “Schadensminderung” verpflichtet werden, den vom Reiseveranstalter vorgeschlagenen Alternativurlaub wahrzunehmen. Dem Reisenden muss die Entscheidungsmöglichkeit bleiben, wo er seinen Urlaub verbringen möchte und wo nicht.

Das OLG hat weiterhin klargestellt, dass der Reiseveranstalter in diesem Fall auch zur Zahlung einer Entschädigung für vertane Urlaubszeit verpflichtet ist. Bei der Höhe der Entschädigung hat das Gericht berücksichtigt, dass der Reiseveranstalter für die Überbuchung keinen ausreichenden Grund vorgetragen hat. Weitergehend sahen die Geschäftsbedingungen des Reiseveranstalters vor, dass für den Fall der kurzfristigen Stornierung durch den Reisenden ohne berechtigte Gründe 65 Prozent des Reisepreises als “Stornierungskosten” zu zahlen waren. Dies war ebenfalls bei der Höhe der Entschädigung zu berücksichtigen (OLG Celle, Urteil vom 19.9.2002).

Rechtsanwalt & Strafverteidiger bei Anwaltskanzlei Ferner Alsdorf
Im Raum Aachen & Heinsberg als Strafverteidiger und Fachanwalt für IT-Recht Ihr Ansprechpartner im gesamten Strafrecht mit den Schwerpunkten Strafverteidigung & Cybercrime und Persönlichkeitsrecht. Weiterhin im Ordnungswidrigkeitenrecht, speziell bei Bußgeldern von Bundesbehörden. Er arbeitet zusammen mit Fachanwalt für Strafrecht Dieter Ferner, dem Kanzleigründer, der im Strafrecht und Verkehrsrecht tätig ist.
Rechtsanwalt Jens Ferner: Strafverteidiger & Fachanwalt für IT-Recht
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