Reiserecht: Filmaufnahmen auf Kreuzfahrtschiff berechtigen zur Reisepreisminderung

Werden an Bord eines Segelkreuzfahrtschiffs Film- und Tonaufnahmen vorgenommen, derentwegen besondere Fahrmanöver absolviert werden, und nimmt das Schiff nicht die im Katalog ausgeschriebene Route, so dass von den vorgesehenen Landgängen erheblich abgewichen wird, hat der Reisende einen angemessenen Anspruch auf Entschädigung.

Das Oberlandesgericht (OLG) Celle hielt dabei eine Reisepreisminderung in Höhe von 50 Prozent für angemessen. Es stellte klar, dass sich die Minderung auch auf die Kosten des Hin- und Rückflugs erstreckt. Dies gilt selbst in dem Fall, in dem die Flüge für sich betrachtet mangelfrei waren. Das OLG begründet diese Entscheidung damit, dass Hin- und Rückflug nur Mittel zum Zweck sind und nicht vom Reisenden unternommen würden, wenn er nicht die Aussicht auf erholsamen Urlaubsgenuss zwischen den Flugtagen hätte. Der Reiseveranstalter kann daher bei der Minderung nicht zwischen Anreise und Kreuzfahrt trennen (OLG Celle, Urteil vom 26.9.2002).

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