Reiserecht: Auf Hurrikan muss hingewiesen werden

Ein Reiseveranstalter muss einem Reisenden Schadenersatz leisten, wenn dessen Flugpauschalreise in die Dominikanische Republik wegen eines Hurrikans abgebrochen wird, der die Ferienanlage kurz nach dem Eintreffen im Urlaubsland zerstört hat.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat eine Verletzung der Vertragspflichten durch den Reiseveranstalter darin gesehen, dass er sich nicht ausreichend über die Wahrscheinlichkeit eines Schadeneintritts durch den Hurrikan erkundigt hat. Bei einem Hurrikan stellt schon eine Eintreffwahrscheinlichkeit von 1:4 eine erhöhte Gefährdung des Reisenden dar. Diese Gefährdung kann nicht mehr als „allgemeines Lebensrisiko“ angesehen werden. Der Veranstalter kann nicht davon ausgehen, dass bei einer Flugpauschalreise in einen Ferienclub eine besondere Risikobereitschaft des Reisenden gegeben ist. Er hätte daher dem Reisenden durch einen entsprechenden Hinweis die Möglichkeit zur Kündigung der Pauschalreise vor Reiseantritt geben müssen (BGH, Urteil vom 15.10.2002).