Erbrecht – Rechtsanwalt Ferner Alsdorf im Erbrecht

Rechtsanwalt zum Erbrecht in Alsdorf: Wir sind im Erbrecht im Rahmen des Testaments und erbrechtlicher Fragen tätig und bieten Ihnen auf unserer Webseite eine Vielzahl von Informationen aus dem gesamten Erbrecht. Dabei werden auch die zugehörigen Bereiche des Steuerrechts abgedeckt.

Erbrecht (12)

Der Pflichtteil entspricht der Hälfte des gesetzlichen Erbrechts – auch wenn der Erblasser ein Testament hinterlässt, ist bei der Berechnung des Pflichtteils somit von der gesetzlichen Erbfolge auszugehen: Danach erbt der überlebende Ehegatte bei Zugewinngemeinschaft 1/2 Anteil und seine Kinder zusammen einen weiteren 1/2 Anteil, zwei Kinder erben also jeweils 1/4 des Nachlasses. Der Pflichtteilsanspruch der Ehefrau beträgt somit 1/4, derjenige der beiden Kinder jeweils 1/8. Dazu bei uns:

Widerruf eines früheren Testaments: Wenn ein Erblasser in einem Testament umfassend über sein Vermögen verfügt, ist dies jedenfalls dann als konkludenter Widerruf einer früheren entgegenstehenden rechtsgeschäftlichen Erklärung anzusehen, wenn der Erblasser sich von dieser Erklärung auch schon zu Lebzeiten jederzeit hätte einseitig lösen können. Denn: Das Bewusstsein, in einem Testament die Verteilung des Vermögens umfassend zu regeln, schließt das Bewusstsein, dass damit etwaige entgegenstehende frühere Verfügungen widerrufen werden, mit ein. Ein gesondertes Erklärungsbewusstsein, das gezielt auf den Widerruf einer bestimmten Willenserklärung gerichtet ist, ist darüber hinaus nicht erforderlich!

Wie man ein Testament aufbewahrt ist davon abhängig, um welche Art von Testament es sich handelt. Bei uns findet sich dazu eine Übersicht.

Bei einem selbst errichteten Testament können Sie es zum Beispiel selber aufbewahren – aber es besteht das Risiko, dass das Testament im Laufe der Zeit verloren gehen oder nach dem Erbfall nicht oder zu spät auffindbar sein könnte. Es könnte auch von jemandem beiseite geschafft werden, der mit einem anderen Inhalt des Testaments gerechnet hatte. Eine Verwahrung bei Gericht kann da Abhilfe schaffen.

Dazu bei uns: Wohin mit dem Testament?

Wer kann erben: Es können grundsätzlich lebende Menschen und juristische Personen erben, nicht aber Tiere. Auch eingetragene Vereine (auch nicht rechtsfähige) und Stiftungen können Erben sein. Dabei ist zu differenzieren hinsichtlich der Erbfolge, also der Frage, auf welcher Grundlage man Erbe wird. man spricht hier von gesetzlicher oder auch “gewillkürter” Erbfolge, womit in letzterem Fall die individuelle Vereinbarung oder Vorgabe des Erblassers steht:

 

Wer ist Pflichtteilsberechtigt: Pflichtteilsberechtigt sind der Ehegatte und die Abkömmlinge des Erblassers. Hat der Erblasser keine eigenen Abkömmlinge, steht auch seinen Eltern neben dem Ehegatten ein Pflichtteilsrecht zu. Lebende Kinder des Erblassers schließen ihre eigenen Abkömmlinge, also die Enkel des Erblassers, aus (Repräsentationsprinzip).

Dazu bei uns: Wer ist Pflichtteilsberechtigt?

Gerade wenn eine Erbschaft angefallen ist taucht schnell die Frage auf: Kann eine vorherige Schenkung des (damals noch lebenden) Erblassers irgendwie angegriffen werden? Wenn die Schenkung nicht vollzogen wurde bedarf sie der notariellen Beurkundung. Wenn sie vollzogen wurde gibt es aber auch Angriffspunkte:

  • Bei einer Schenkung des nahezu ganzen Vermögens bedarf auch dies der notariellen Beurkundung (§311b Abs.3 BGB)
  • Bei Ehepartnern kann nicht einer alleine über das Vermögen als ganzes verfügen (§1365 BGB)
  • Weiterhin können bestimmte Regelungen in Erbvertrag oder Testament solchen Zuwendungen entgegen stehen
  • Zu guter Letzt ist immer daran zu denken, dass im Fall von Verarmung des Schenkels oder groben Undanks des Beschenkten eine Rückforderung im Raum steht.

Was ist der Pflichtteil im Erbrecht: Wenn ein potentieller Erbe nicht ausreichend – oder gar nicht – bedacht wurde, so steht ihm gleichwohl ein Teil des Erbes zu. Dies wird in § 2303 BGB geregelt und bedeutet im Ergebnis, dass einem solchen Erben die Hälfte des gesetzlichen Anspruchs zusteht. Der Pflichtteilsanspruch ist dabei ein reiner Geldanspruch. Aber Vorsicht: Auch wenn Sie eindeutig den Anspruch haben, so wird der Pflichtteil nicht einfach so ausgezahlt – er muss explizit von Ihnen als Erben eingefordert werden!

Beachten Sie dazu bei uns: Pflichtteil einfordern

Ein Pflichtteilsanspruch unterliegt der Verjährung, muss also rechtzeitig geltend gemacht werden: Pflichtteilsansprüche müssen fristgerecht geltend gemacht werden – Tritt ein Erbfall ein, muss der – nicht bedachte – Erbe seinen Pflichtteilsanspruch grundsätzlich innerhalb von drei Jahren geltend machen, jedenfalls aber 30 Jahre nach Eintritt des Erbfalls.

Dazu bei uns:

Ungültiges Testament: Gemäß § 2229 Abs. 4 BGB liegt eine Testierunfähigkeit vor, wenn der Erblasser wegen krankhafter Störung der Geistestätigkeit, Geistesschwäche oder Bewusstseinsstörung nicht in der Lage ist, die Bedeutung einer von ihm abgegebenen Willenserklärung einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln. Die Rechtsprechung hat für die Überprüfung ein zweistufiges Beurteilungssystem entwickelt:
  • Liegt eine geistige (psychische) Störung vor?
  • Wenn eine solche Störung vorliegt, muss feststehen, dass sie den Ausschluss der freien Willensbestimmung zur Folge hat.
  • Dabei geht es nicht darum, den Inhalt der letztwilligen Verfügung auf seine Angemessenheit zu beurteilen, sondern nur darum, ob sie frei von krankheitsbedingten Störungen gefasst werden konnte!
Mehr dazu bei uns: Wann ist ein Testament ungültig

Steuern sind ein unbeliebtes Thema, gerade wenn es um Schenkungen oder Erbe geht. Steuern stehen grundsätzlich im Raum bei Erbschaft und Schenkung, so insbesondere bei

  • Erwerb durch Erbanfall (gesetzliche, testamentarische oder erbvertragliche Erbfolge)
  • Erwerb durch Vermächtnis
  • Erwerb durch geltend gemachten Pflichtteilsanspruch
  • Jeder freigebigen Zuwendung/Schenkung
  • Zahlung einer Abfindung für einen Erbverzicht

Zeitpunkt für das Entstehen der Steuer ist bei einer Erbschaft grundsätzlich der Tod des Erblassers, bei Pflichtteilsanspruch die Geltendmachung. Bei der
Schenkung ist grundsätzlich auf den Zeitpunkt der Durchführung der Schenkung abzustellen, wobei bei einer Grundstücksschenkung die Auflassung (§ 925 BGB) der relevante Zeitpunkt ist. Zum Ablauf der Besteuerung gilt, dass jeglicher Erwerb – sei es bei Erbe oder Schenkung – der einer Steuer unterliegt, vom Erben bzw. der beschenkten Person (und dem Schenker) innerhalb einer Frist dem zuständigen Finanzamt angezeigt werden muss. Denken Sie daran, dass, wenn das Erbe auf einem notariell oder gerichtlich eröffneten Testament beruht, das Finanzamt automatisch Nachricht erhält, etwa vom Notar.

Wenn ein potentieller Erbe in der Verfügung von Todes wegen nicht ausreichend – oder gar nicht – bedacht wurde, so steht dennoch ein Teil des Erbes zu. Wir helfen Ihnen dabei, dieses Recht durchzusetzen.

Bei Schenkungssteuer und Erbschaftssteuer gibt es Freibeträge: Diese sind vom Verwandtschaftsverhältnis abhängig, dass zum Erblasser oder Schenker besteht und gelten jeweils für einen 10-Jahres-Zeitraum:

  • 500.000 €: Ehegatten & eingetragene Lebenspartner;
  • 400.000 €: Kinder, Stiefkinder, Kinder verstorbener Kinder;
  • 200.000 €: Enkel & Kinder von Stiefkindern;
  • 100.000 €: Sonstige Personen der Steuerklasse I;
  • 20.000 €: Sonstige Personen der Steuerklasse II & III;

Zusätzlich zu den Freibeträgen stehen die Steuerbefreiungen zur Verfügung, wobei insbesondere zu erwähnen sind:

  • Vererbung oder Schenkung selbst genutzter Wohnimmobilie an Ehegatten/eingetragenen Lebenspartner. Bei Vererbung gilt: Die Immobilie wird nach Erwerb zehn Jahre lang von dem Erwerber selbst zu Wohnzwecken genutzt.
  • Vererbung selbst genutzter Wohnimmobilie an Kinder bzw. an Kinder verstorbener Kinder bei einer Wohnfläche von 200 qm, wenn das Objekt zehn Jahre lang selbst zu Wohnzwecken genutzt wird.

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Anwalt für Erbrecht: Tätigkeit im Erbrecht

Wir sind im Bereich des Erbrechts insbesondere rund um die Erbauseinandersetzung und das Testament tätig. Es lässt sich insgesamt feststellen, dass zu häufig Streit entsteht, weil die Beteiligten nicht vorgesorgt haben oder fehlerhafte Vorstellungen zum Thema Erbe vorherrschen. Ein Anwalt kann hier auch deeskalierend wirken, indem Ansprüche klar abgesteckt und Streitfragen im Vorhinein geklärt werden. Eine nüchterne und interessengerechte Beratung kann helfen, schwerwiegende Fehler im Erbrecht zu vermeiden. So helfen wir in den Bereichen:

  • Allgemeine Beratung und Vertretung im gesamten Erbrecht,
  • Entwickeln rechtlicher Lösungen  rund um das Testament und den Erbvertrag,
  • Beratung von Erben und Pflichtteilsberechtigten,
  • Umgang mit Schenkungen,
  • Vertretung im Bereich der Testamentsvollstreckung,
  • Schenkungssteuer und Erbschaftssteuer
  • Unternehmensnachfolge.

Erbrecht: Testament

Wir beraten Sie zum Themenkomplex Testament, bei der Durchsetzung eigener Ansprüche sowie bei der Gestaltung von Testamenten.

Häufige Fragen  an den Anwalt im Erbrecht

Aktuelles zum Erbrecht

  • Erbrecht: Verknüpfung zwischen Erbenstellung und Besuchspflicht kann sittenwidrig sein
  • Erbrecht: Vorerbe kann Grundstück nicht an Nacherben auflassen
  • Erbrecht: Minderjähriger Erbe kann Erbschaft auch bei Werthaltigkeit ausschlagen
  • Testament dauerhaft wirksam auch bei konkretem zeitlichen Bezug
  • Erbunwürdigkeit: Wer den Erblasser tötet, ist erbunwürdig
  • Erbrecht: Erben erhalten keinen Schadenersatz für verlorene Prothese des Erblassers
  • Erbrecht: Pflichtteilsberechtigter hat Auskunftsanspruch gegen den Erben
  • Vom Erbvertrag kann nur bei Verfehlungen des Vertragspartners zurückgetreten werden
  • Erbrecht: Keine Pfändung von Erbteilen vor Eintritt des Erbfalls
  • Ehegattentestament: Pflichtteilsstrafklausel im Berliner Testament
  • Erbrecht: Ungeborenes Kind hat Anspruch auf Pflichtteil
  • Erbrecht: Ehegatte erbt nichts, wenn die Voraussetzungen der Ehescheidung vorliegen
  • Erbrecht: Zur Grundbuchberichtigung muss ein Erbschein vorgelegt werden
  • Erbrecht: Erbe kann Zugang zum Facebookkonto des Verstorbenen verlangen
  • Erbrecht: Ein Testament kann trotz Zweifeln wirksam sein
  • Zugehörige Downloads

    • pdf GE_Internationales_Erbrecht
      Gesetzentwurf der Bundesregierung: Entwurf eines Gesetzes zum Internationalen Erbrecht und zur Ände-rung von Vorschriften zum Erbschein sowie zur Änderung sonstiger Vorschriften
      Dateigröße: 633 KB Downloads: 253
    • pdf 2018-04-20 Broschüre - Erbrecht - April 2018
      Broschüre des Landes NRW 2018: "Die Frage, was mit seinem Nachlass nach dem Tod geschieht, sollte sich jeder bereits frühzeitig stellen. Diese Broschüre möchte hierbei eine Hilfestellung bieten und Informationen über die wesentlichen erbrechtlichen Fragestellungen geben."
      Dateigröße: 1 MB Downloads: 34
    • pdf Europaeische_Erbrechtsverordnung
      Broschüre des BMJ: Die Europäische Erbrechtsverordnung Stand: 29. Juni 2018 Ab dem 17. August 2015 gilt die Europäische Erbrechtsverordnung in allen EU-Mitgliedstaaten mit Ausnahme Großbritanniens, Irlands und Dänemarks. Diese Verordnung enthält Bestimmungen zu Erbfällen mit sogenannter Auslandsberührung.
      Dateigröße: 137 KB Downloads: 40
    • pdf Erben_Vererben
      Broschüre des BMJ: Erben und Vererben Stand: 1. Mai 2018 Diese Broschüre zum Erbrecht gibt Antworten auf viele wichtige Fragen: Wer ist gesetzlicher Erbe? Was habe ich zu beachten, wenn ich ein Testament machen möchte? u.v.m.
      Dateigröße: 1 MB Downloads: 38