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Persönlichkeitsrecht Zivilrecht & ZPO

Heimliche Tonaufnahmen im Gewaltschutzverfahren verwertbar

Das Oberlandesgericht Brandenburg (15 UF 126/20) sagt: „Nein, aber….“. Es hält zunächst fest, dass Privatgespräche ohne Einwilligung des Gesprächspartners weder auf einem Datenträger aufgezeichnet noch durch Abspielen der Aufzeichnung anderen zugänglich gemacht werden dürfen. Eine Zuwiderhandlung verletze zum einen das Persönlichkeitsrecht des Betroffenen. Zum anderen stelle sie auch eine Straftat dar. Das Verbot gelte grundsätzlich […]

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Zivilrecht & ZPO

Einhalten von Abstandsflächen im Nachbarrecht

Ein Grundstückseigentümer hatte sich auf einen – tatsächlich – vorliegenden abstandsrechtlichen Verstoß des Nachbarn berufen. Seine Klage hat das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen (7 A 1510/18) jedoch abgewiesen. Der Grund: Er hatte seinerseits gegen das Abstandsflächenverbot verstoßen.

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Zivilrecht & ZPO

Defektes Auto vor dem Gerichtstermin verschrottet

Das Amtsgericht München (173 C 1229/18) wies die Klage einer Käuferin gegen einen Autohändler auf Rückzahlung des Kaufpreises in Höhe von 1.400 Euro gegen Rückgabe eines Pkw Mercedes-Benz ab, da diese das Auto vor dem Gerichtstermin verschrottet hatte.

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Zivilrecht & ZPO

Nachlasspfleger für „unbekannten“ Erben

Die Erblasserin hinterließ zwei Testamente mit unterschiedlichen Erbeinsetzungen. Das erste handschriftliche Testament begünstigte ihre Enkelin, das zweite notarielle Testament ihren Sohn. Die Enkelin war nun der Auffassung, die Erblasserin sei zum Zeitpunkt der Errichtung des zweiten Testaments testierunfähig gewesen. Daraufhin hat das Nachlass- gericht die Nachlasspflegschaft für die „unbekannten Erben“ der Erblasserin angeordnet und einen […]

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Zivilrecht & ZPO

Wann beginnt Verjährung bei weiterfressendem Schaden?

Das Landgericht Flensburg (2 O 148/19) hat jetzt entschieden: Beim Entstehen eines Schadens kommt es für den Beginn der Verjährung auf die Abnahme der Werkleistung an. Das gilt auch bei einem sog. Weiterfresserschaden.

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Zivilrecht & ZPO

Anforderungen an Brandschutz können nachträglich durchgesetzt werden

Erfüllt ein Gebäude nachbarschützende Brandschutzvorschriften nicht, muss dessen Eigentümer die vom Nachbarn beanstandete, fehlende Brandwand nachträglich einziehen. Er darf dies nicht mit dem Hinweis verweigern, der dafür erforderliche finanzielle Aufwand stehe in einem groben Missverhältnis zum Leistungsinteresse des Nachbarn. So hat es jetzt der Bundesgerichtshof (V ZR 152/18) entschieden.

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Zivilrecht & ZPO Strafprozessrecht

Sorgfaltspflichten des Anwalts bei fristwahrendem Fax

Grundsätzlich dürfen Verfahrensbeteiligte nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs die ihnen vom Gesetz eingeräumten prozessualen Fristen bis zu ihrer Grenze ausnutzen (siehe BGH, VII ZR 320/03 und X ZR 60/19). Aber: Man darf nicht sehenden Auges in fehleranfällige Arbeitsprozesse hineinlaufen. So konnte der BGH nochmals konkretisieren, welche Pflichten ein Rechtsanwalt beim Versand von Schriftsätzen per […]

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Zivilrecht & ZPO

Enterbte dürfen Testamentsabschrift einsehen

Mit dem Tod entfällt das Interesse des Erblassers an der Geheimhaltung seines letzten Willens den gesetzlichen Erben gegenüber insoweit, als der letzte Wille diese betrifft. Denn um sicherzustellen, dass der letzte Wille auch tatsächlich verwirklicht wird, müssen ins­ besondere über die Erbeinsetzung der testamentarischen Erben und die damit verbundene Enterbung der gesetzlichen Erben auch Letztere […]

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Zivilrecht & ZPO Urheberrecht

Keine Kosten für unerwünschtes Abschlussschreiben

Das OLG München (29 U 1872/20) konnte endlich klarstellen, dass die Kosten für ein Abschlussschreiben nicht zu erstatten sind, wenn das Abschlussschreiben ausdrücklich nicht gewünscht war: Wird eine einstweilige Verfügung erlassen, so ist das kostenauslösende Abschlussschreiben nur erforderlich und entspricht nur dem mutmaßlichen Willen des Schuldners (§§ 677 BGB), wenn der Gläubiger dem Schuldner zuvor […]

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Strafprozessrecht Zivilrecht & ZPO

Sitzungspolizeiliche Anordnung im Gerichtssaal Mund- und Nasenbedeckung zu tragen

Das Bundesverfassungsgericht (1 BvR 1948/20) hat in einem obiter dictum erklärt, keine grundsätzlichen Bedenken gegen die sitzungspolizeiliche Anordnung zu haben, dass im Gerichtssaal wegen der gegenwärtig andauernden Covid-19-Pandemie eine Mund- und Nasenbedeckung getragen werden muss: Die Anordnung des Gerichts beruht auf erkennbar vernünftigen Gründen des Gemeinwohls. Da nach den gegenwärtigen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts das Tragen […]

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Zivilrecht & ZPO

Hausratversicherung muss nach Öffnen des PKW mittels Funksignal nicht zahlen

Das Amtsgericht München wies durch Urteil vom 12.03.2020 die Klage eines Piloten aus dem Raum Freiburg gegen ein Münchner Versicherungsunternehmen auf Zahlung aus Hausratsversicherung in Höhe von 3.314,72 Euro für einen aus seinem PKW entwendeten Koffer ab.

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Zivilrecht & ZPO

Anfechtung der Erbausschlagung

Einmal ausgeschlagen – immer ausgeschlagen? So könnte man fast meinen, wenn man eine aktuelle Entscheidung des Oberlandesgerichts Düsseldorf (Beschluss vom 27.1.2020, 3 Wx 167/19) liest.

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Zivilrecht & ZPO

Einigung von Vorerben und Nacherben im Erbvertrag

Wer das Vermögen nach dem eigenen Tod bekommen soll, kann man durch Testament oder Erbvertrag regeln. Dabei kann man auch mehrere Erben in der Weise bestimmen, dass zunächst der eine erben soll, und beim Eintritt eines bestimmten Ereignisses, wie dem Tod oder der Wiederheirat des ersten Erben, das Erbe an einen anderen weitergereicht wird. Der […]