Vorgestellt: Juristische Arbeitstechnik und wissenschaftliches Arbeiten

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Das Buch „Juristische Arbeitstechnik und wissenschaftliches Arbeiten“ von Thomas M.J. Möllers ist im Verlag Vahlen erschienen (also aus dem Hause Beck) und bietet wichtiges Basis-Wissen für das juristische Studium. Dennoch muss ich nach eingehender Lektüre feststellen: Für echte Anfänger ist das erst mal nichts. Alle anderen dagegen werden sich mit diesem Buch sehr wohl fühlen.

Das Buch wirkt erst einmal relativ dünn und auch relativ teuer (mit 19,50 Euro). Dass es recht dünn ist – ich habe es in der Tat in 2 Stunden durchgelesen – ist aber sein Vorteil: Wer studiert hat keine Zeit und auch keine Nerven, ein „Meta-Buch“ mit 500 Seiten durch zu arbeiten. Ich will wenn, dann aktive und konstruktive Hilfe bei meinen Problemen. Genau das bietet das Buch.

Auch wenn es mit Inhalten zur Organisation, Zeitplanung und Lernmethode im Studium beginnt: Ein Anfänger wird damit anfangs nichts machen können. Die dort beschriebenen Effekte, beispielsweise das Gefühl in Literatur zu „versinken“, wird jemand am Anfang oder sogar noch vor dem Ersten Semester nicht nachempfinden oder verstehen können. Ich denke, im zweiten Semester beginnt man damit, dieses Buch zu lesen. Besser noch: Eine Hausarbeit schreiben, durchfallen, und dann das Buch lesen. Dann wird man wirklich begreifen, worüber Möller hier schreibt.

Selbst fortgeschrittene Semester werden hier, spätestens in den Kapiteln 6 bis 9, nochmals Nutzen ziehen. Wer auf Schemata setzt bzw. die Anspruchsgrundlagen im Zivilrecht immer noch nicht auswendig kennt, der sollte auf den Seiten 33ff. nachsehen – eine interessante Tabelle zu den Anspruchsgrundlagen findet sich dann noch auf Seite 36.

Aber von vorne: Das Buch beginnt bei den Basis Fragen der Organisation, führt in die Thematik der Klausuren ein, beschreibt die Arbeit an Hausarbeiten und erklärt die Unterschiede in den verschiedenen wissenschaftlichen Arbeiten. Dieser Basics-Teil (Kapitel 1-5) ist vornehmlich für Anfänger, doch auch Fortgeschrittene finden in den §1 III und §3 nochmals Hinweise zum auswerten von Fundstellen und zur Arbeitsweise, die es zu wiederholen lohnt.
Die Kapitel 6-9 dann bieten anspruchsvolle inhaltliche Hilfen: Wie bereite ich auf, wie bereite ich vor und (inzwischen besonders wichtig): Wie trage ich vor?

Der Leser erfährt dabei u.a. Folgendes:

  • Aufbau der eigenen Organisationsfähigkeit: Planung und Management
  • Lerntechniken
  • Strukturierung und Vorbereitung einer Klausur
  • Schreiben einer Hausarbeit, speziell: Organisation der Literaturauswertung
  • Juristische Recherche: Wege, Möglichkeiten und Medien
  • Struktur einer wissenschaftlichen Arbeit: Wie baut man ansprechend eine Arbeit auf?
  • Kreativität und juristischer Stil: Wie schreibt man überzeugend und anregend, wie funktioniert logisches Argumentieren
  • Formales rund um das Schreiben
  • Rhetorische Fähigkeiten: Wie präsentiert man sich und seine Arbeit mündlich
  • Veröffentlichung der Arbeit

Mit der fünften Auflage neu eingefügt wurde das Kapitel Nr.4 zur juristischen Recherche, das einen Schwerpunkt bei der digitalen Recherche bietet und durch einen Anhang mit ausgewählten Internet-Adressen ergänzt wird. Der Autor bietet hier eine fundierte Auswahl die weniger durch Masse als durch Klasse glänzt, auch wenn ich schmerzlich wenigstens ein paar Zeilen zu juristischen Blogs als aktuelles Bildungsmedium vermisst habe.

Gerade vor der ersten Hausarbeit wird das Kapitel zur richtigen Gliederung, Aufbereitung, zur richtigen Zitierung etc. sehr wichtig sein. Möllers schafft es gelungen, das trockene Thema der formalen Gestaltung kurz und verständlich zu transportieren.

Alles in allem war es schön, das Buch durchzulesen, auch wenn vieles schon bekannt war – aber vielleicht noch nicht verinnerlicht. Speziell die Hinweise zum juristischen Stil waren wieder einmal sehr gewinnbringend. Am Ende des Buches finden sich noch Fragen mit Antworten zur Vertiefung – zwar ist es interessant, diese durch zu gehen, aber ich bin mir unschlüssig, ob es wirklich so gewinnbringend wie die sonstige Lektüre des Buches war. Jedenfalls kann es nicht schaden, das Gelesene nochmals in einer Frage/Antwort-Kombination zu vertiefen und dabei über das Gelesene zu reflektieren.

Die Jurakopf-Einschätzung

Eine lohnende Anschaffung, die sich je nach Phase des Studiums auch dringend empfiehlt. Als Zeitpunkte möchte ich nennen: Vor der ersten oder zweiten Hausarbeit, vor der Zwischenprüfung, vor der Seminararbeit. In diesen drei Phasen ist es absolut ans Herz zu legen. Ein Erstsemester wird damit wirklich kaum was anfangen können, was sich aber schon im zweiten Semester radikal ändern wird.

Daten zum Buch

Thomas M. J. Möllers
Juristische Arbeitstechnik und wissenschaftliches Arbeiten
5. Auflage 2010
Verlag Vahlen
ISBN 9783800637263
Preis: 19,50 Euro

Rechtsanwalt Jens Ferner

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