Kurz zu de Gruyter: Jura-Kartei 2008 auf CD-ROM

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Ich hatte bereits die JURA-Kartei 2005 besprochen – und war damals richtig begeistert. Leider aber vertragen die Macher wohl kein Lob – jedenfalls mussten sie jetzt dafür sorgen, dass das Produkt einen Haken hat.

Hinweis: Hier ist der Artikel zur JURA-Kartei 2005 auf CDROM zu finden, auf den ich mich insgesamt beziehe.

Optisch hat sich – leider möchte man sagen – nichts geändert. Insgesamt finde ich keine echten Änderungen im Bereich Erscheinungsbild und Usability. Ich kann also insofern erstmal auf meine bisherige Besprechung verweisen, abgesehen von der Aktualität (es sind jetzt ca. 5500 Entscheidungen erfasst, vormals ca. 5000) hat sich insofern nichts getan. Das muss nicht schlecht sein, die Bedienung ist gut, es wirkt einfach ein bisschen überholt – soll aber nicht stören.

Der Nachteil ist der „Kopierschutz“, der nun neu eingeführt wurde: Bei der Installation wird man noch gefragt, ob man die Daten auf die Festplatte kopieren möchte (so wie früher). Wenn man jetzt aber „ja“ sagt, wird zwar alles kopiert – zum starten wird dann aber trotzdem nach der CD gefragt. Wenn die nicht im Laufwerk ist, startet das Programm nicht.

Damit ist die Software für Netbooks ungeeignet; Und auch wenn man sein Notebook mit ins Seminar nimmt, läuft man gegen die Wand – ausser man nimmt die CD mit. Sehr gut durchdacht. Zumal ein solcher Kopierschutz mit gängigen virtuellen Laufwerken wahrscheinlich problemlos zu umgehen ist – der gelackmeierte ist der ehrliche Kunde. Und bei dem onsgesamt absolut überzeugenden Preis-/Leistungsverhältnis, sollte es eigentlich eine Menge ehrlicher Kunden geben, es gibt weiterhin keinen Grund, vom Kauf abzusehen. Die 20 Euro sind nicht nur angemessen, sondern lohnen sich voll.

Doch auch der Blick in die Lizenzvereinbarung wirkt wenig charismatisch (keine Ahnung ob es schon früher hier stand oder so üblich ist, es wirkt einfach unschön); Ich zitiere mal aus §2b:

Jeder Vertragspartner kann diesen Lizenzvertrag nach erfolgloser Abmahnung fristlos
kündigen, wenn der andere wesentliche Verpflichtungen des Vertrages verletzt.

Ein solches Kündigungsrecht für den Verlag besteht insbesondere, wenn Sie gegen das Urheberrecht verstoßen. Der Kaufpreis wird Ihnen im Falle einer Kündigung des Lizenzvertrages nicht erstattet.

Lustig ist auch §1b, der aufmich angesichts des Kopierschutzes wenig durchdacht wirkt:

Nach der Installation des WERKES auf Ihrem Rechner dient die CD-ROM als Sicherungskopie.

Nun, das tut sie offenbar nicht – man braucht sie ja zum Starten. Eine reine Sicherungskopie kann ich in die Ecke legen und vergessen.

Die Jurakopf-Einschätzung

In Punkto Bedienung und Inhalt sowie Preis-/Leistung weiterhin ein tolles Produkt, das an der überzogenen Angst vor „Raubkopierern“ in der neuen Version erhebliche Nutzungsvorteile einbüßen muss.

Gerade in Zeiten von Notebooks liegt es an den Herstellern, an die mobile Lösung zu denken – da aber patzen die Hersteller hier und kratzen an dem charismatischen Image, das sie bisher bei mir hatten.

Dennoch empfehle ich weiterhin die Anschaffung (und Nutzung) dieser CD-ROM, speziell beim Lernen, nicht nur für Hausarbeiten. Und hoffe auf ein Einsehen, nicht nur bei deGruyter, sondern auch bei den anderen Verlagen. Eine Datenbank-CD, die man mit sich herumschleppen muss, ist witzlos.

Maßnahmen wie die vorliegende nerven nur den ehrlichen Kunden – der unehrliche hat so oder ein CD-Image. Einfach mal drüber nachdenken und das nächste Mal den Kunden wieder als Einnahmequelle betrachten und nicht als generell potentiellen Dieb.