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An die Jura-Erstsemester: Kauft vorsichtig (Buchtipp)

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Ich war neulich in Bonn in meiner Stammbuchhandlung und hatte ein gutes Dutzend Erstsemester um mich herum, die krampfhaft versuchten, sich anhand der Literaturliste des Profs Bücher zu kaufen. Und überfordert waren.

Hinweis: Deswegen wird auch hier eine Liste mit ausdrücklichen Empfehlungen von mir aufgebaut, die neben den laufenden Besprechungen auf dieser Webseite ausdrückliche Kauftipps gibt. Eine Sammlung meiner Artikel mit warnenden Worten zum Kauf älterer Literatur gibt es hier.

Liebe Erstsemester, hier kurz meine ersten (streitbaren) Hilfen:

  1. Ihr müsst nicht alles kaufen, ein gutes Buch pro Vorlesung reicht völlig
  2. Inhaltlich sind die Bücher der Literaturlisten alle gut, im Krey steht nichts anderes als im Wessels. Es geht letztlich (bei euch) nicht um Inhalte, sondern um die Form, das „wie“.
  3. Jeder von euch lernt auf seine Art, der eine mag den Wessels lieber, der andere den Krey – wieder andere mögen Brox lieber als Medicus. Stresst euch nicht. Geht ins Seminar, nehmt 2-3 Bücher zu einem Thema und lest mal die Einführung. Das Buch, dass euch beim lesen Spass gemacht hat, ist das was ihr kaufen solltet. Und wenn euer Vorlesungsnachbar ein anderes liest heisst das gar nichts.
  4. Lasst im ersten Semester die Finger von Büchern die mit „Light“ oder „besonders schnell“ werben. Auch wer die „Schmemen“ als Plural von „Schema“ anbietet sollte nicht gelesen werden. Natürlich sind die ersten Bücher schwierig zu lesen, deswegen studiert ihr ja jetzt auch und seid nicht mehr in der Schule.
  5. Wenn ihr ein Kapitel zwei mal lesen müsst (und das auch tut) ist das ein gutes und kein schlechtes Zeichen.
  6. Es ist eine typische Krankheit von Juristen, möglichst viele Bücher zu kaufen und dann nicht zu lesen. Die stehen aber dafür immer schön im Regal – das beruhigt das Gewissen. Ist bei jedem so, würden die Bücher nicht so teuer sein, wäre es auch nicht schlimm. Hinzu kommt, dass viele Bücher letztlich verwirren und verzetteln, man konzentriert sich dann selten auf eines.
  7. Am Ende gilt: Es ist ein schwieriges Thema. Es gibt nicht „das Buch“, das euch im Flug und ohne Anstrengung alles in kürzester Zeit vermittelt. Das liegt alleine an euch und eurem Arbeitseinsatz.

Ich möchte auf Jurakopf.de eine Liste mit Empfehlungen für Bücher erarbeiten, die ist hier zu finden. Bis das steht, wird noch etwas Zeit vergehen, für die Erstsemester daher hier meine persönlichen Buchtipps als Kaufempfehlung für euch:

  1. Strafrecht AT: Den Wessels mit CDROM. Lest mal hin und wieder ein Urteil nach – wenn ihr es nicht versteht: Nochmal lesen. Ihr wollt Juristen werden, was ihr jetzt nicht übt kommt auch nicht von alleine.
  2. BGB AT: Heute empfehle ich den Köhler zum BGB AT (besprochen hier)
  3. Staatsorganisationsrecht: Der Degenhart mit CD (Besprochen hier) ist einfach nur gut, den Ipsen fand ich zu anstrengend zu lesen.

Kauft die Bücher, hört in den Vorlesungen zu und etwa in der Mitte des Semesters holt ihr euch dann Fallbücher um mal mit Klausuren zu üben und zu vestehen, warum die älteren Semester (fast) alle so einen schwarzen Ordner unter dem Arm haben, auf dem „Schemata“ steht. Bis dahin gilt: Täglich mit einem Buch arbeiten und versuchen der Vorlesung zu folgen.

Rechtsanwalt Jens Ferner

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5 Gedanken zu „An die Jura-Erstsemester: Kauft vorsichtig (Buchtipp)“

  1. ooch, ich hab den Erstis 2003 erstmal meine ganzen alten Schuldrechtsbücher angedreht. Mit dem Buchhändler meines Vertrauens hab ich so einen Deal, immer wenn Erstis unentschlossen rumstehen, komm ich als alter Hase „zufällig“ vorbei und rate dringend zur Anschaffung des Münchner BGB-Kommentars.

    Dafür bekomm ich dann meine RRef-Literatur umsonst.

  2. den „wessels“ habe ich mir ebenso im ersten semester gekauft … war davon nicht sehr begeistert. die bücher vom rolf schmidt verlag sind m.E. sehr zu empfehlen. meine „methode“ bzgl. bücher sieht wie folgt aus:

    (1) Die Skripten aus dem !Richterverlag! eignen sich hervorragend um einen ersten überblick zu bekommen! (Die Skripten lassen sich prima in 14 tagen durcharbeiten um sich einen !!groben!! überblick zu verschaffen).

    (2) Bücher vom Rolf-Schmidt-Verlag i.V.m. „Fußnoten“.
    (3) Fallbearbeitung …
    (4) Skript schreiben

    Brox-AT: hatte ich auch benutzt. Gutes Lehrbuch zum BGB-AT.
    Staatsorganisationsrecht: Hatte den Ipsen, war nicht sehr begeistert, find das lehrbuch sehr „zäh“ – nicht besonders gut zu lesen. hatte mir dann doch 14 tagen vor den Klausuren das hemmer skript gekauft.

    ps: wer sich den Brox kauft zum allg. teil sollte analog noch „Grundzüge des bürg. Recht“ lesen aus dem selbigen verlag – wenn ich mich recht entsinne ist das ein lehrbuch von medicus.

    in diesem sinne
    frohes schaffen.

  3. Sehe das auch weitgehend so. Allerdings gibt es hier und da noch zu bedenken, dass Profs ihre Lieblingsbücher haben und deren Argumentation in einer Klausur auch zwingend sehen. So seinerzeit bei mir, als ich mir für StrafAT des Wessels und nicht den (Prof. Puppe, BN) empfohlenden Stratenwerth gekauft habe und prompt erst mal Remonstrieren musste. Ergo, eine allgemeinverbindliche Liste für die Vorlesung selbst gibt’s nicht, da würde ich die Primärempfehlung des Professors kaufen.

    Die Richter-Skripten sind zur Einführung in der Tat gut, die Rolf Schmidt Bücher hingegen halte ich für weniger gut, da der wissenschaftliche Ansatz vielfach zu sehr in den Hintergrund tritt.

  4. Ich würde niemals die Prof-Empfehlungen kaufen, weil man die im Regelfall (als Anfänger) wirklich nicht versteht. Übrigens habe ich auch bei Puppe gehört, sowohl AT als auch BT und habe bei ihr sogar einen Schein ganz ordentlich bestanden. Der Trick bei Puppe war m.E. nie, ihr „nach dem Mund“ zu reden oder gar bestimmte Argumentationen zu vertreten – sie wollte einfach nur, dass man wirklich jeden Meinungsstreit mit allen relevanten Meinungen kennt, darstellt und dann logisch(!) argumentiert. Gerade letzteres findet bei Fr. Puppe aber auf einer ebene statt, die nicht wirklich schnell zu begreifen ist ;)

    Am Rande: Während ich Puppe hörte hatte ich nur die Werke von Wessels und Beulke und habe damit problemlos bestanden. Den Stratenwerth hatte ich nur in einer Hausarbeit bei ihr in der Hand. Für alle Puppe-Höhrer (wenn es die heute noch gibt): Holt euch ihre Aufsätze in der JURA zum Thema Kausalität und Risikoerhöhungslehre. Das muss man wirklich kennen und verstehen um bei ihr mitzukommen.

  5. Na ja, ich habe bei Puppe schon das Gefühl gehabt, dass sie die Fälle so konzipiert, dass die saubere Lösung oft nur mit ihren Theorien (e.g. Kausalität nach naturgesetzmäßiger Bedingung) geht. Habe auch AT, BT bei ihr gehört und den kl. und gr. Straf (altes JAG) bei ihr geschrieben. Gute Noten waren auch drin, aber für’s Examen und v.a. alles was danach kommt war das eher ne mäßig gute Vorbereitung. Sei’s drum, meines Wissens nach ist die nun Emeritus und somit wohl nur noch als Mindermeinung bei Kausalität, objektiver Zurechnung und Urkundendelikten relevant.
    Ich finde schon, dass für Ersties die Prof Empfehlungen sinnvoll sind, aber da kann ja auch jeder seine Meinung haben. Im Ergebnis hast Du Recht und in jedem Buch steht weitgehend das Gleiche drin.

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