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Rengier: Strafrecht AT

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Nun hat er es also getan: Während die Bücher zum Strafrecht BT von Rudolf Rengier längst ein Begriff ein sollten, hat er nunmehr mit einem Werk zum Strafrecht AT nachgelegt. Dabei bleibt Rengier seinem bisherigen Stil treu, soll heißen: Viel neues gibt es nicht. Muss ja, angesichts der überzeugenden Leistung bei den Strafrecht BT Büchern, nicht unbedingt schlecht sein. Doch ich denke, Rengier hat zwar ein gutes Buch vorgelegt, aber dabei die Eigenheiten des Strafrecht-AT lernens außen vor gelassen.

Also vorab: Es ist, wie schon die Bücher zum Strafrecht BT, gelungen kompakt gehalten, übersichtlich und jedenfalls für Examenskandidaten eine sehr gute (weil kompakte) Darstellung in der alles steht, was man braucht.

Ich frage mich nur, ob ein Anfänger damit soweit zurecht kommen kann: Rengier arbeitet ganz systematisch alle Punkte ab, angefangen von der Einleitung (die in der Tat eine solide Basis des Grundwissens vermittelt, das man braucht – etwa die Strafzwecktheorien) über das vollendete Begehungsdelikt (typisch nach Tatbestand, Rechtswidrigkeit, Schuld), um zur Irrtumslehre zu kommen usw. Man kennt den Aufbau der Bücher zum Strafrecht AT ja im Wesentlichen.

Hier fehlt mir direkt am Anfang eine kurze Einleitung in das Thema der strafrechtlichen Delikte: Wie kommt es zur Unterscheidung eines vorsätzlichen und fahrlässigen Deliktes etwa? Und darauf aufbauend: Wie kommt man dazu, einen Versuch zu bestrafen? Das Ganze, untermalt mit einer gelungenen Grafik wäre eine Art Orientierungshilfe für Anfänger, die mit einem Blick verstehen könnten, wie das Thema systematisch zu erschließen ist und wo sie sich gerade im Lernprozess befinden. Natürlich bietet Rengier eine Darstellung der Delikte, keine Frage – aber er verpasst die Möglichkeit, direkt am Anfang das System zu erklären. Hin und wieder fehlte mir dieses Darstellen des Systems auch in der weiteren Lektüre – etwa wenn man zum Vorsatz kommt: Da wird direkt am Anfang erklärt, dass man einen Vorsatz benötigt, was man geläufig darunter versteht und es wird auch gut erklärt, wie man den Vorsatz von der (bewussten) Fahrlässigkeit abgrenzt. Doch warum ist der Vorsatz wichtig und welche Weichen stellt der Täter, der in bewusster Unachtsamkeit jemanden verletzt oder in voller Absicht? Bei solchen Detail-Fragen erkennt man schnell, mit Blick auf den Anfänger, dass die angenehm kompakte Form an ihre Grenzen stößt.

Nun wird das den Examenskandidaten nicht stören, ganz im Gegenteil: Vor seiner Prüfung ist man froh, nicht wieder mit den Basics konfrontiert zu werden. Hier möchte man schlicht schnell und kompakt wiederholen, was mit dem Buch in bekannter Rengier-Manier auch zügig geht. Von den gut 570 Seiten sollte man sich nicht abschrecken lassen: Dank großzügigen Rändern ist das gefühlt zumindest die Hälfte in Seiten als DinA5. Allerdings fand ich es unverzeihlich, dass Rengier es verpasst hat, am Ende des Buches bei den Konkurrenzen mit einem grafischen Schaubild zu arbeiten. Das bei Studenten ohnehin ungeliebte Thema wird dadurch nicht gerade zugänglicher, dabei kann man es durchaus verständlich aufbereiten. Zwar fand ich es als reinen Text durchaus schön geschrieben, aber ein Schaubild wäre wirklich angemessen gewesen.

Die Jurakopf-Einschätzung

Im Ergebnis ist es mir für Anfänger „zu schnell“ geschrieben, der Inhalt überrumpelt den ganz unbedarften Leser einfach. Examenskandidaten dagegen sollten – so wie bei den Büchern zum Strafrecht BT – mal einen Blick hier rein werfen, man kann durchaus dankbar sein, zügig das Wichtigste zu wiederholen. Ganz besonders, da in vielen Bundesländern das Strafrecht nur einen kleinen Teil der Prüfung ausmacht und man hier nur wenig Ressourcen investiert – mit Rengiers Büchern kann man das Wichtigste ebenso schnell wie vernünftig nacharbeiten.

Daten zum Buch

Rudolf Rengier
Strafrecht AT
Reihe Grundrisse des Rechts
Verlag C.H. Beck
ISBN 9783406577963
Preis: 19,90 Euro

Rechtsanwalt Jens Ferner

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