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Vorstellung: dejure.org

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Ich möchte einen Dienst vorstellen, der mich so überzeugt hat, dass ich dort inzwischen auch inhaltlich mithelfe: dejure.org. Scheinbar „nur“ eine Gesetzesdatenbank ist dejure.org mehr – viel mehr, als man auf den ersten Blick meint. Ein Projekt und eine Idee, die leider nicht annähernd so bekannt sind, wie sie verdient haben.

Vor allem bietet es Webseitenbetreibern, nicht nur den WordPress-Nutzern, mit der Vernetzungsfunktion einen vernünftigen Mehrwert.

dejure.org ist ein freier Vernetzungsdienst für juristische Informationen, jedenfalls Gesetzestexte und Urteile.

Die Basisfunktion von dejure.org ist schonmal ganz praktisch: Man kann mittels Vernetzungsfunktion automatisiert Paragraphen mit dejure.org verlinken lassen – also Gesetzestexte direkt (via Link) anbieten. Auch via WordPress-Plugin, das man nur installieren muss.

Das ist zwar ganz nützlich, aber nur die halbe Miete. Den nächsten Schritt bemerkt man, wenn man sich z.B. §13 StGB in Ruhe ansieht: Ein Blick nach unten zeigt neben dem Gesetzestext auch verwandte Urteile (mit Links) und verknüpfte Literatur (mit Links). Es geht also nicht nur um nackte Gesetzestexte, sondern auch um weiterführende Informationen – das war jedenfalls der Knackpunkt, der mir besonders gefallen hat (abgesehen davon, dass es kein kommerzielles Projekt ist).

Im Vergleich zu anderen Diensten (wie dem beliebten gesetze-im-internet.de) ist das alleine ein echter Pluspunkt, doch wenn man ehrlich ist, ist dejure.org auch ein bisschen durchdachter in der Navigation – an jedem Punkt findet man Möglichkeiten, die Paragraphen durch zu gehen, als Vergleich mal §13 StGB beim offiziellen Angebot.

Was bei dejure.org noch ein wenig im Hintergrund läuft ist die gleiche Funktion bei Urteilen, die sich im Laufe der Zeit als sehr Wertvoll erweisen kann: Dazu einfach im Suche-Fenster ein Aktenzeichen eines Urteils eingeben; Man findet nun wieder Verweise zu dem Urteil, Literaturhinweise und Urteilsbesprechungen. Zum testen einfach mal nach „22 CS 07.1796“ suchen.

An der Stelle drei Pluspunkte: Erstens entsteht da kein „Gigant“, der die Daten alle rafft. Die Seite ist eine art Suchmaschine, die letztlich auf externe Inhalte verweist – wer dabei auf dejure.org mit der Vernetzungsfunktion verweist wird dabei automatisch miterfasst (wenn ich das richtig verstanden habe). Somit wächst das Netzwerk stetig.

Zweitens referenziert die Suche ständig neu und reversiv, das heisst: Urteile verweisen zu Paragraphen, wieder zu Urteilen etc. Es entsteht eine enorme kostenlose Referenz-Datenbank zu Urteilen und Paragraphen.

Drittens kann jeder (und ich meine wirklich jeder) dort ergänzende Angaben, Hinweise zu weiteren Fundstellen, geben.

Die Frage ist natürlich: Warum als Webmaster mitmachen? Für mich stellt sich die Frage nicht, da man letztlich (durch die Verweise) nur gewinnt, zumindest Traffic. Was evt. stört und für Meckerbacken ein Grund ist, die „Freiheit“ des Projektes in Frage zu stellen ist die Werbung: Als ehemaliger Opensource-Programmierer ist das für mch ein Scheinargument. Selbst Seiten wie Sourceforge.net und Freshmeat.net zeigen heute Werbung, die Diskussion ist damit passé und eine reine Phantomdiskussion.

Es geht vielmehr um die Einstellung, auch um die rechtspolitische: Wollen wir wiedermal nur daneben stehen und zusehen, wie kommerzielle Monopole entstehen, oder arbeiten wir aktiv mit bei freien Projekten?
Das ist keine theoretische Frage und ich will Dienste wie Juris auch nicht schlechtreden – aber ein daneben(!) stehender guter freier Dienst, auf den jeder vom Juristen bis zum Nicht-Juristen zugreifen kann wäre eine enorme Errungenschaft. Hinter dejure.org stehen Juristen, solche emotionalen Argumente wird man dort nicht finden – daher vertrete ich sie hier mal ganz offen, jedenfalls bei mir sind sie die Motivation zur inhaltlichen Mithilfe und diesen Artikel zu schreiben.

Ich bewerbe den Dienst hier ganz offen, weil ich von der Idee, juristische Informationen frei zu offerieren, begeistert bin – und versuche das auch nicht zu verstecken. Da ich hier auf der Webseite auch auf das freie JabRef hinweise, fand ich es unsinnig, zu dejure.org nichts zu schreiben. Ich werde auch bei anderen freien Projekten zum Thema „Jura“ ähnliche Artikel schreiben – wenn sie mich überzeugen :)

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