Beck’sches Examinatorium: Sachenrecht

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Ich habe schon mehrfach kritisiert, dass die Bücher bzw. Buchreihen der Verlage nicht gut genug auf die Zielgruppe abgestimmt sind – mit eine Existenzberechtigung für diese Seite. Der Beck-Verlag scheint das Problem langsam anzugehen, immerhin gibt es die relativ neue Reihe „Beck’sches Examinatorium“, die sich ausdrücklich an diejenigen wendet, die sich in der Examensvorbereitung befinden.

Und „Sachenrecht“ ist da ein guter Test – gibt es doch immerhin eine Fülle von Büchern zum Thema im Hause Beck und einen Teil habe ich hier schon empfohlen. Insofern war ich skeptisch, ob die Versprechungen (die ich so schon oft hörhte bzw. lesen durfte) wirklich gehalten werden können:

Die Reihe „Beck’sches Examinatorium“ verbindet die Vorzüge eines Klausurenkurses mit einer examensrelevanten Wissensvermittlung. Der Schwerpunkt liegt auf der didaktischen Aufbereitung des Examensstoffes und die Einbettung in den systematischen Kontext. Die Bände sind damit Klausurbände und Repetitorien zugleich. Sie sind deshalb optimal zur Examensvorbereitung geeignet.

Hinweis: Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zugestellt.

Ich war den Großteil des Wochenendes unterwegs, Familienbesuche. Insofern freue ich mich, wenn ich ein neues Buch habe dass ich in der Zeit lesen kann. Leicht genervt war ich schon, als ich dann das Buch auspackte: Es ist im Din A4 Format. Und eben dieses Format finde ich inzwischen grässlich: Es liegt schwer in der Hand, ist nicht „mobil“ und eher ein Format für den Schreibtisch aber nicht „für die Hand“ – etwa im Zug. Anders als das Format und die Bindung der „JuS-Schriftenreihe“ und der „Academia Iuris“, die ich sehr angenehm finde und damit sehr gut arbeiten kann.

Dennoch habe ich mit dem Buch angefangen und war schon nach ein paar Seiten angetan: Tatsächlich fällt schnell auf, dass hier auf eine andere Art und Weise gearbeitet wird. Das ist kein reiner Klausurenkurs. Es wird zwar immer ein Fall geboten und besprochen, doch am Rande (daneben oder hinterher) werden zugehörige Themen angesprochen und vertieft. Sehr angenehm, zumal man als Examenskandidat nicht wieder bei A anfangen will, wohl aber wiederholen möchte.

Das Buch ist in Kapitel eingeteilt, die wiederum in Unter-Kapitel aufgespalten sind. Die Aufteilung ist Typisch, z.B. gibt es ein Kapitel zum Besitz mit den Unter-Kapiteln Funktionen, Arten und Besitzschutz. Der Aufbau der Kapitel und Teile sieht im Groben immer so aus:

  1. Es gibt in jedem Unter-Kapitel eine kurze Einleitung in das Thema, die das wichtigste anspricht
  2. Danach folgt ein Fall, der detailliert und mit Anmerkungen sowie Stichpunkten besprochen wird
  3. Hiernach folgt eine weitere Besprechung des Themas, mit anderen Schwerpunkten
  4. Am Ende der Gesamt-Kapitel gibt es eine ausgezeichnete Darstellung der aktuellen Rechtsprechung zu den behandelten Themen der Unter-Kapitel.

Das Schriftbild ist relativ klein gehalten, aber dank etwas dunklerem Papier und 1,5-fachem Zeilenabstand problemlos zu lesen. Der Schreibstil überzeugt ebenfalls durch kurze und einfache Prägnanz, ohne abstruse Namensgebungen in den Sachverhalten oder komplizierte bzw. zu lange Sätze. Das merkt man auch an der Seitenzahl: Etwa 200 Seiten bringt das Werk mit und die sind schnell durchgearbeitet – vor allem auch, weil es wirklich gut von der Hand geht, mit diesem Buch zu arbeiten.

Die Jurakopf-Einschätzung

Dieses Buch wendet sich an Examenskandidaten bzw. diejenigen, die sich gerade vorbereiten – und erfüllt diesen Anspruch auch. Es eignet sich nicht, um das Sachenrecht zu lernen. Wer das erstmal tun muss, dem sei der Prütting ans Herz gelegt. Für große Übungen wird das Buch wahrscheinlich sogar zu viel bieten, erst in der Examensvorbereitung entfaltet es all sein Potential und daher empfehle ich es hier ausdrücklich auch für diese Zielgruppe: Examenskandidaten. Es ist die bisher beste Art, schnell und abwechslungsreich, ein Thema zum Examen zu Wiederholen, die mir bisher auf dem Buchmarkt begegnet ist. Daher von mir eine uneingeschränkte Kaufempfehlung.

Ich hoffe, dass die anderen Bücher der Reihe ähnlich gut sind und vor allem, dass auch bald etwas zum Strafrecht aus dieser Reihe erscheint. Nach dem, was ich hier lesen durfte, werde ich mir aus dieser Reihe ein Werk zum Strafrecht sofort zulegen – zu überzeugend war das Buch zum Sachenrecht.

Übersicht über die bisherigen Empfehlungen zum Sachenrecht

Dies ist nun das vierte Buch, dass ich zum Sachenrecht empfehle. Ich denke, es ist daher geboten, nochmal kurz klar zu stellen, für wen ich welche Bücher empfehle – denn nicht in jeder Phase des Studiums braucht man alle:

  1. Wer das Sachenrecht gerade lernt, der braucht ein kurzes Lern-/Lehrbuch. Hier empfehle ich bisher den Prütting, dort gibt es auch kurz Äußerungen zum Wolf. (Zeitpunkt: Vor der großen Übung bzw. parallel)
  2. Wer mit Lernbüchern nicht klar kommt und lieber direkt am Fall lernt, der sei auf den Gursky-Klausurenkurs verwiesen, der sich natürlich auch eignet, um Klausuren detailliert zum Sachenrecht zu wiederholen. (Zeitpunkt: Parallel zur großen Übung, vor dem Examen).
  3. Wer den Prütting gelesen hat und nur kurz einige Klausuren üben möchte oder „Nochmal schnell“ ein paar Klausuren durchgehen möchte, der nutze die „Fälle zum Sachenrecht“ aus der Reihe „JuS-Schriftenreihe“. (Zeitpunkt: In der großen Übung, kurz vor dem Examen)
  4. Und wer gerade in der Examensvorbereitung steckt und das gesamte Sachenrecht nochmal wiederholen möchte, der nutze das hier vorgestellte Examinatorium. (Zeitpunkt: Examensvorbereitung, nach der großen Übung)

Daten zum Buch

Beck’sches Examinatorium: Sachenrecht
Jörg Neuner
3. Auflage
Verlag C.H.Beck
Preis: 19,90 Euro
ISBN: 9783406575945

5 Antworten auf „Beck’sches Examinatorium: Sachenrecht“

  1. ich habe mich mit dieser Reihe auf das 1. Ex. vorbereitet. Den Sachenrechtskurs fand ich schon ganz gut. Meine Begeisterung gilt indes der Examenskurs-Reihe zum öffentlichen Recht. Die dort aufbereiteten Fälle nebst Erläuterungen sind einfach Gold Wert. Ich denke, dass ich darauf auch ein überdurchschnittlich gutes Ergebnis im Ö-Recht zurückführen kann. Viele Probleme -zB im Zusammenhang mit dem einstweiligen Rechtschutz- haben sich mir erst durch das systematische Durcharbeiten der Fälle wirklich erschlossen.

  2. Ich bin von den Beckschen Examinatorien auch ganz begeistert und lerne damit auch schon längere Zeit. Was mir aber ganz klar fehlt: Ein Examinatorium zum Schuldrecht AT / BT …

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