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Polizeirecht NRW im Beck-Verlag

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Das Polizeirecht ist (zusammen mit dem Ordnungsrecht) wohl im Verwaltungsrecht BT der absolute Renner bei Prüfungen. Da ist es seltsam, dass man nicht wirklich mit Literatur zum Thema zugeworfen wird. Ich stelle hier kurz meine Favoriten vor, auch wenn es schwierig ist.

Vor ab die Frage, die sich mir schon seit langem stellt: Was geht nur in den Verlagen vor? Ich glaube inzwischen ernsthaft, es wäre klug, wenn Verlage sich mal 1-2 Studenten ins Haus holen, die deren Literatur-Reihen analysieren und aufräumen. Ich prophezeie dem Verlag, der das Experiment wagt, einen stark erhöhten Absatz im folgenden Jahr.

Hintergrund ist die mitunter unstruktierte Abstimmung der einzelnen Bücher aufeinander. Da gibt es bei einem Verlag teilweise mehrere Buch-Reihen, wobei übergreifend, aber auch innerhalb der einzelnen Reihe, die Bücher thematisch stark überlappen bis sogar kongruieren. Der Effekt tritt hier nun auch auf.

Lernbuch zum Thema

Ich hatte mir vor einiger Zeit das Buch „Polizei- und Ordnungsrecht in NRW“ von Wolffgang/Hendricks/Merz angeschafft. Das Buch war mit 22 Euro recht teuer und eher dünn – aber inhaltlich sehr gut, umfassend und verständlich aufbereitet. Ich würde es hier eigentlich vorbehaltlos empfehlen – aber…

Aber es gibt noch das Werk „Öffentliches Recht in NRW“ (Von mir bereits hier vorgestellt). In diesem Umfassenden Werk für 29 Euro ist u.a. auch das Polizei- und Ordnungsrecht NRW enthalten, ebenfalls sehr gut aufbereitet. Das Buch habe ich bereits empfohlen.

Wir haben also in der Reihe „Landesrecht NRW“ des Beck-Verlages gleich zwei Bücher zum gleichen Thema. Bei dem Buch für 22 Euro finde ich persönlich, dass das Thema etwas zugänglicher aufbereitet ist: Mehr Grafiken, Schemata und auch ein paar Fälle. Auch das Schriftbild ist hier grosszügiger gehalten, durch den grösseren Zeilenabstand einfach flüssiger zu lesen. Ob es sich nun lohnt, deswegen mehr Geld auszugeben als nötig (denn das 29 Euro Buch ist vollkommen ausreichend), muss nun jeder für sich entscheiden. Beide parallel zu nutzen macht wenig Sinn, der jeweilige Student ist also gefragt, sich selbst zu entscheiden. Ich rate auf jeden Fall zu einem der beiden Bücher, das Werk für 29 Euro ist am Ende wahrscheinlich das, was die meisten bevorzugen werden, weil hier schlicht alle Pflichtbereiche (inhaltlich sehr gut) auf einmal abgedeckt werden.

Fällebuch

Um das vielschichtige Thema Polizei- und Ordnungsrecht wirklich zu verstehen muss man ein paar Fälle lösen. Ich rate auf jeden Fall dazu, via JuS Direkt zwei oder drei Klausuren zum Stichwort auszudrucken und zu bearbeiten. Ich empfinde die Klausuren in den Zeitschriften einfach etwas näher an dem, was mir in Klausuren in der Uni begegnet.

Bei den diversen Büchern fiel mir nur eines besonders auf, dass ich auch mit Spass bearbeitet habe: „Fälle zum Polizei- und Ordnungsrecht“ aus der „JuS Schriftenreihe“ von Gornig/Jahn. Hier erhält man 26 sehr gut strukturierte Fälle, die in die drei Gruppen Primärmaßnahmen, Vollstreckung, Kosten gegliedert sind. Für 21,50 Euro ein sicherlich nicht sehr günstiges aber immer noch Bezahlbares Werk dass einem Studenten durchaus die relevanten Probleme in den gängigen Konstellationen vermittelt.

Kritik muss natürlich dennoch sein, es ist aber die gleiche, die ich inzwischen bei sämtlichen etablierten Fallbüchern anbringen kann: Die Scheu vor einem Schema bzw. einer Lösungsskizze. Da selbst in universitären Klausuren die Korrekteoren mit Lösungsskizzen arbeiten ist es mir schlicht ein Rätsel, warum nicht endlich Sachverhalt, Lösungsskizze und dann eine ausformulierte Lösung geboten werden. Wer ernsthaft mit einem solchen Buch Klausuren übt, für den ist eine solche Skizze unverzichtbar, da man hierbei lernt, seine Arbeit vor der schrifltichen Fixierung zu strukturieren und Problembereiche festzusetzen.

Diese Kritik soll aber nicht das Werk insgesamt herabsetzen: Es ist am Ende meine Empfehlung für diejenigen, die ein Fallbuch zum Polizei- und Ordnungsrecht suchen.

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