Allgemeines Polizei- und Ordnungsrecht

Jetzt haben wir den Salat: Mir liegt “Allgemeines Polizei- und Ordnungsrecht” von Volkmar Götz vor. Damit liegt mir das dritte Buch zum Thema vor. Sicherlich wäre das kein Problem, wäre es ein schlechtes Buch – das aber ist es nicht. Ganz im Gegenteil.

Hinweis: Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zugestellt.

“Wie, schon durch?” war das erste was mir durch den Kopf schoß, als ich das Buch gelesen hatte: Ich habe es in der Tat, an einem Nachmittag, durchgelesen. Das ist kein Maßstab für andere, nachdem ich bereits zwei Werke und ein Fallbuch durchgearbeitet habe, muss man einfach vieles nicht mehrmals wiederholen, sondern liest geradewegs durch.

Dennoch ist auffällig, wie recht schwierige Themen, wie der Gefahrenverdacht oder die Kostentragung, verständlich aufbereitet werden – auch wenn Skizzen oder Schemata gänzlich fehlen. Das ist zugleich auch mein Kritikpunkt: Abgesehen hin und wieder von einer einzelnen Tabelle (etwa im §12, §14, §19) fehlt es dem Buch an Hilfsmitteln, die die Inhalte auch optisch etwas zugänglicher machen. Nun ist der Text so gut und verständlich geschrieben, dass man über dieses Manko hinwegblicken kann.

Das Werk ist nicht landesspezifisch aufgebaut: Jeder Student in jedem Bundesland kann damit lernen, der Autor verweist in Fußnoten auf die entsprechenden Regelungen des jeweiligen Bundeslandes. Die etwa 220 Seiten wird man auch schnell durch haben, trotz des etwas anstrengenden Schriftbildes, in dem ich mir häufiger einen vollständigen Absatz gewünscht habe. Götz arbeitet dabei vor allem mit Erklärungen, Fälle sind eher selten vorhanden. Das Werk ist dabei sehr aktuell, so findet man u.a. auch Ausführungen zu den Umstrukturierungen im Versammlungsrecht (§17, Rn. 9).

Was mich persönlich immer etwas stört bei typischen landesrechtlichen Themen die übergreifend aufbereitet werden, ist der gerne einmal fehlende Bezug zum Landesrecht. Ich hatte früher häufiger den Eindruck, dass ein mir vorliegendes Buch zwar gut ist, ich nach der Lektüre aber nicht vorbereitet genug bin, da man zwar vieles besprochen hat, aber eben nicht für mein Bundesland speziell. Jedenfalls bei diesem Buch kann ich die Nagst definitiv nehmen, es bleibt aber abzuwarten, wie sich z.B. eine Zersplitterung des Versammlungsrechts auswirkt. Bis dahin aber kann man das Werk sorgenfrei nutzen.

Die Jurakopf-Einschätzung

Ein grundsolides Buch, dass den Pflichtstoff Polizei- und Ordnungsrecht schnell und sicher vermittelt. Einzig die ein oder andere optische Aufbereitung wäre wünschenswert. Der Preis ist nicht gerade günstig, aber OK und angemessen. Wer nicht in NRW studiert, dem sei dieses Buch empfohlen.

Da ich aber aus der Reihe “NRW” von Beck zwei andere Bücher angesprochen habe, muss ich hier für NRW-Studenten (wieder) eine eigene Einschätzung abgeben: Der Wolffgang/Hendricks/Merz ist optisch definitiv ansprechender, was man aber mit einem höheren Preis auch bezahlen muss. Der Götz ist vom Verständnis-Level her weder besser noch schlechter als der Wolffgang/Hendricks/Merz, ich kann hier (momentan) nicht gewichten.
Im Vergleich zu den beiden Büchern ist das Sammelwerk “Öffentliches Recht in NRW” (wiedermal) vor allem wegen des Preises zu empfehlen: Inhaltlich finde ich Götz und Wolffgang/Hendricks/Merz besser, doch bietet das Sammelwerk eine dennoch gute Aufbereitung bei einem unschlagbaren Preis/Leistungsverhältnis.

Daten zum Buch

Allgemeines Polizei- und Ordnungsrecht
Volkmar Götz
Reihe Juristische Kurz-Lehrbücher
ISBN: 978-3-406-57654-6
Preis: 17,90 Euro

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