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Rezension: Detterbeck, Allgemeines Verwaltungsrecht

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Als mir der C.H.-Beck Verlag den „Detterbeck“ zur Rezension angeboten hat war ich skeptisch: Das Verwaltungsrecht habe ich schon mit vielen vorher zu lernen versucht, letztlich habe das Skript eines Repetitors genutzt (war damit auch nicht ganz glücklich) und nachdem ich vor kurzem das Werk von Ipsen gefunden und vorgestellt habe, war ich zum ersten Mal wirklich zufrieden. Ich ging davon aus, dass der Ipsen nicht mehr zu schlagen sein – und habe mich geirrt. Ganz ehrlich: Ich ärgere mich momentan sogar.

Hinweis: Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Ich meine das ernst, meine anfängliche Skepsis verwandelte sich sogar in Unmut, als ich den recht dicken Detterbeck zuerst in der Hand hielt: Der ist schwer. Und wirkt gross. Mit über 600 Seiten kein wunder. Als ich aber dann hineinsah änderte sich das recht schnell: Da wird nämlich äusserst grosszügig mit Zeilenabständen, Absätzen und Schriftgrösse gearbeitet. Der ein oder andere wird sich wundern, mit welcher Geschwindigkeit hier die Seiten gelesen werden.

Doch das ist nicht alles: Ich habe mir zum Einlesen das Kapitel über die „öffentlichen Sachen“ vorgenommen. Nicht gerade der spannendste Bereich im Verwaltungsrecht. Doch der Autor hat es geschafft: Ich habe schnell gelesen, in einem Zug das ganze Kapitel, und dabei musste anerkennen, dass er es schafft, die wesentlichen Schwerpunkte äusserst verständlich und alles andere als Zäh zu transportieren. Darüber hinaus vergaß er nie, nach jedem abstrakten Text ein konkretes Beispiel zu bringen, was durchaus nützlich war um das Thema wirklich zu begreifen.

Da das Verwaltungsrecht ursprünglich meine grösste Schwäche war (vor allem weil ich nie gute Literatur gefunden hatte und einfach nur „für die Klausur“ lernte), nutzte ich die Gelegenheit und habe weitere Kapitel getestet. Selbst bei der Verwaltungsvollstreckung und dem Staatshaftungsrecht schaffte der Autor den Transport des wesentlichen Wissens. Und nochmals der Hinweis: Wer es probiert wird sehr überrascht sein, mit welchem Tempo hier Seitenzahlen „weggearbeitet“ werden. Spätestens nach der Lektüre zur Verwaltungsvollstreckung wusste ich schon, dass die vorhandenen 600 Seiten alles andere als abschreckend sind. Ich würde sagen: „Gefühlte“ 300 Seiten.

Nachdem ich das Verwaltungsrecht wirklich sehr mühselig erlernen musste ärgere ich mich momentan wirklich: Mit dem Detterbeck wäre es einfacher gewesen. Der von mir vorgestellte Ipsen zum Verwaltungsrecht ist sehr gut und das werde ich hier auch nicht schmälern, doch wie ich beim Ipsen schon geschrieben habe: Er geht sehr ins Detail. Bei ihm sind es viele Seiten mit sehr vielen Details, die man zwar gut liest, aber für einen Anfänger wird es doch beschwerlich sein. Beim Detterbeck ist es anders. Das soll nicht heissen, dass es eine abgespeckte Version ist, ganz im Gegenteil: Alles was ich aus Verwaltungsrechtsklausuren kenne wird dort sogar hervorgehoben dargestellt. Und: Der Detterbeck schreibt einfach nur verständlich, ein unbezahlbarer Vorteil wenn man an diejenigen denkt, die ja damit lernen wollen.

Inhaltlich bietet er natürlich die wesentlichen Themen zum Verwaltungsrecht: Über die Einführungen und einen (sehr guten) Bereich zum Ermessen bis hin zum öffentlich rechtlichen Vertrag. Ich empfand die sonst nur zäh erklärten Bereiche der öffentlichen Sachen und der Staatshaftung sehr schön erklärt, am Ende enthalten ist ein sehr gutes Kapitel zum Verwaltungsprozessrecht, dass nicht nur die Klagearten darstellt, sondern Prüfungsschemata vorstellt und erklärt wie man damit arbeitet (was mir in anderen Büchern fehlte). Auch wird das Prozessrecht hier im Werk nicht stiefmütterlich behandelt sondern ernsthaft und brauchbar aufbereitet. Die Klausurrelevanz dieses Werkes wird dadurch erheblich gesteigert.

Die Jurakopf-Einschätzung

Wer das Verwaltungsrecht lernen muss, der ist hier richtig. Der Tipp von jemandem, der zuerst nie Zugang zu diesem (auch im Alltag sehr praktischen) Rechtsgebiet gefunden hat: Kauft euch den Detterbeck. Lernt damit und lasst euch von der hohen Seitenzahl nicht abschrecken, die relativiert sich sehr schnell. Das Schriftbild und der Schreibstil haben mich durchweg angesprochen, ich möchte hier den Detterbeck wirklich ans Herz legen.

Zum Buch

Steffen Detterbeck
Allgemeines Verwaltungsrecht
Preis: 23,50 Euro
ISBN 9783406575990

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9 Gedanken zu „Rezension: Detterbeck, Allgemeines Verwaltungsrecht“

  1. Momentan sieht es bei mir übrigens so aus: Ich empfehle ganz klar den Detterbeck, wobei der Ipsen auch gut war, aber im direkten Vergleich bei mir dann doch nur auf dem zweiten Platz liegt. Für Betroffene heisst das: Selber testen! Ich persönlich fühlte mich beim Schreibstil von Detterbeck einfach zu gut aufgehoben, während der Ipsen zwar (im Vergleich zu anderen) gut zu lesen war, aber im Vergleich zum Detterbeck dann doch schwerfällig wirkt.

    Wenn es um die umfassende Nachbereitung des öffentlichen Rechts geht, war früher der Schwerdtfeger mein Favorit und er ist auch heute noch sehr gut. Doch das Werk von Frenz empfand ich dann doch leichter zu lesen, so dass hier der Frenz bei mir den Platz 1 ausmacht, und (knapp) dahinter kommt der Schwerdtfeger.

  2. Für mich ist die Kombination Maurer und Detterbeck einfach unschlagbar. Damit lerne ich inzwischen regelmäßig Verwaltungsrecht und bin im Ergebnis sehr überzeugt … Allein die vielen zit. Aufsätze (u.a. auch Klausurfälle aus den Ausbildungszeitschriften) haben mir die Wahl leicht gemacht.

  3. Der Detterbeck ist m.E. unschlagbar! ein klasse lehrbuch! Erwähnenswert ist, dass auch das Verwaltungsprozessrecht anschaulich dargestellt wird.

    Zum Maurer: bestens geeignet als einschlaflektüre :) 20 minuten genügen und der leser fällt in einen tiefschlaf

    beste grüße

  4. Maurer ist mE besser, wenn es um die Darstellung der Entwicklung der Rspr. geht … Andere Lehrbücher haben da ihre Probleme mit.

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