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Kaser/Knütel: Römisches Privatrecht

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Ich muss gestehen: Ich bin so alt, ich habe noch bei Knütel in Bonn Römisches (Privat)Recht gehört. Zwei mal. Jedes Mal sehr anspruchsvoll, jedes Mal eine Bereicherung. Damals habe ich noch mit der älteren 16. Auflage gearbeitet, heute liegt mir die 19. Auflage vor, die ihrem alten Konzept treu geblieben ist – auch wenn er wohl in der 17. Auflage etwas geändert hat, was hier zur Kritik führen wird.

Zuerst mal zum Fach: Ich empfehle auf dieser Seite sehr oft, Rechtsphilosophie und Rechtsgeschichte zu besuchen. Das „römische Recht“ ist dabei ein Grundlagenfach, das man auf keinen Fall unterbewerten darf: Wer es verstanden hat, und zumindest rudimentäre Kenntnisse der Rechtsgeschichte führt, der hat einen ganz anderen Zugang zu unserem heutigen Recht – und gerade am Anfang des Studiums wundert man sich gerne und oft, wie viele Zusammenhänge es da gibt.

Ich habe Knütel als sehr geradlinig in Erinnerung; Schnörkellos im Stil, direkt in seinen Aussagen – so ist auch das Buch gehalten. Es gibt klare Sätze, einen sehr sachlichen und zugänglichen Schreibstil. Da Knütel gute 400 Seiten zum Thema geschrieben hat, ist man ihm dafür auch dankbar – das Thema wird so schnell und direkt erarbeitet.

Ich komme direkt zu dem Punkt, der wohl viele heute belastet: Wie sieht das mit dem Latein aus? Subjektiv habe ich den Eindruck, dass Latein-Kenntnisse heute im Studium nur noch sehr rudimentär verlangt werden. Wenn überhaupt. Das Buch von Knütel hat diesen Wandel berücksichtigt, doch bin ich damit nicht ganz glücklich: Von der 16. zur 17. Auflage hat er die gesammelten Übersetzungen aus dem Anhang in den Text gezogen. Das heisst, man findet im Text selber die Übersetzungen.

Für den wirklich lateintechnisch ungebildeten Leser ergeben sich dann aber Probleme – etwa wenn in §7 bei Rn.18 von der „tutela“ gesprochen wird, die man dann bei §33 (Rn.11) übersetzt findet mit „Vormundschaft“. Ich denke, um ein vernünftiges Latein-Wörterbuch (es muss ja nicht der Stowasser sein) kommt man nicht herum.

Was ich wirklich schade finde ist, dass der Autor sich zwar die Mühe gemacht hat, die wichtigsten Rechtssätze im Anhang zu sammeln (mit Fundstellen zum Text), aber auch hier keine Übersetzungen gesammelt anzubieten. Wäre ein kleines Highlight das dem Buch gut stehen würde.

Inhaltlich bietet das Buch 7 Teile:

  1. Grundlagen
  2. Personenrecht
  3. Sachenrecht
  4. Obligationenrecht
  5. Familienrecht
  6. Erbrecht
  7. Der Zivilprozeß

Der Autor selbst nimmt keine Gewichtung vor, was man konzentrierter erarbeiten sollte und was man vielleicht oberflächlicher erarbeiten darf – somit hat man als Student erstmal die gut 400 Seiten insgesamt vor sich, was aber schneller geht als man anfangs glaubt.

Sehr schön ist die zweispaltige Darstellung der Rechtstexte (links original Latein, rechts die deutsche Übersetzung), die hoffentlich auch genutzt werden – es ist jedenfalls ein sehr gutes Konzept, mit dem man – auch ohne Lateinkenntnisse – sich das Rechtsgebiet erarbeiten kann.

Das Buch ist ein Kurz-Lehrbuch, kein Lernbuch oder gar Skript – so etwas wie „Wiederholungsfragen“ gibt es daher gar nicht. Einen extra Hinweis ist dafür das Sachwortverzeichnis wert, das mit immerhin 24 Seiten (kleine Schriftgrösse) wirklich jedes relevante Stichwort bereit hält. Gerade die Nacharbeit der Vorlesung und die Vorbereitung auf die Klausur, bei der man erfahrungsgemäß ständig Stichworte nachschlägt, wird damit sehr angenehm.

Die Jurakopf-Einschätzung

Römisches Recht ist ein wichtiges Grundlagenfach – dieses Buch ermöglicht das umfassende Erarbeiten des Themas. Es ist ein recht teures Buch, das sich aber lohnt. Sowohl der Name des Autors als auch das Werk an sich können guten Gewissens als Standards im römischen Recht bezeichnet werden. Der mitunter sehr anspruchsvolle Inhalt wird von Knütel verständlich und zugänglich aufbereitet, man darf aber nicht erwarten, dieses Buch wie ein Skript durcharbeiten zu können.

Mir ist – bis heute – kein vergleichbares Buch begegnet, die 16. Auflage hatte ich mir 2000 gekauft und habe sie bis heute genutzt – das spricht für echten Mehrwert, den man nur bei wenigen Büchern vorfindet.

Daten zum Buch

Max Kaser / Rolf Knütel
19. Auflage 2008.
Verlag C. H. Beck
ISBN 978-3-406-57623-2
Preis: 26 Euro

Hinweis: Das Buch wurde mir in der 19. Auflage als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt

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