Kategorien
Zivilrecht & ZPO

Karnevalsumzug: Keine Haftung für Hörschaden durch Böllerschüsse

Anwaltskanzlei Ferner Alsdorf: 02404 92100

Wenn eine Fußgruppe bei einem Karnevalsumzug aus einer mitgeführten Kanone in regelmäßigen Abständen Böller- bzw. Konfettischüsse abfeuert, steht einem Zuschauer am Straßenrand, der durch einen lauten Kanonenknall einen Hörschaden erleidet, kein Schadenersatzanspruch gegen den Veranstalter des Karnevalsumzugs zu.

Das Landgericht (LG) Trier begründete diese Entscheidung damit, dass es bei Karnevalsumzügen üblich ist, Kanonen zum Verschießen von Konfetti oder Böllerschüssen mitzuführen. Dem Veranstalter kann daher nicht zur Last gelegt werden, dass er den Teilnehmern am Umzug keine Anweisungen zum Gebrauch der Kanonen erteilt hat. Das LG wies zudem darauf hin, dass ein Zuschauer bei Anwendung „zumutbarer Sorgfalt“ in der Lage sein muss, etwaige von den Kanonen ausgehende Gefahren rechtzeitig zu erkennen und sich entsprechend einzurichten. Zur Not muss er sich von seinem Standort entfernen (LG Trier, Urteil vom 5.6.2001).

Avatar of Rechtsanwalt Jens Ferner (Fachanwalt für IT-Recht & Strafverteidiger)

Von Rechtsanwalt Jens Ferner (Fachanwalt für IT-Recht & Strafverteidiger)

Rechtsanwalt Jens Ferner ist Strafverteidiger und Fachanwalt für IT-Recht. Spezialgebiete von RA JF: Cybercrime, IT-Sicherheit, Softwarerecht, BTM-Strafrecht, Jugendstrafrecht und Wirtschaftsstrafrecht. Er ist Autor und hält Fach-Vorträge als Dozent zu den Themen Cybercrime, Strafprozessrecht, DSGVO, Cybersecurity und digitale Beweismittel inkl. Darknet- und Encrochat.

Unsere Rechtsanwälte sind spezialisiert auf Strafverteidigung im gesamten Strafrecht und IT-Recht, speziell bei Softwarerecht, DSGVO & IT-Vertragsrecht - mit ergänzender Tätigkeit im Arbeitsrecht sowie im digitalen gewerblichen Rechtsschutz.

Sie möchten unseren News folgen:  Wir bieten einen Telegram Kanal sowie ein LinkedIn-Profil.