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Zivilrecht & ZPO

Haftpflicht tritt nicht nach angekündigtem Fussball-Foul ein

Nach einem Fussball-Foul können mitunter Schadensersatzansprüche bestehen, auch die Zahlung von Schmerzensgeld steht schnell im Raum (siehe dazu den Link unten). Das OLG Karlsruhe (9 U 162/11) hatte sich nun mit der Frage zu beschäftigen, wann der Haftpflichtversicherer mit ins Boot zu holen ist. Die Frage ist dabei von hoher Bedeutung: Wenn der foulende Spieler selber kein oder wenig Geld hat, ist ein (weiterer) Anspruchsgegner, der zudem zahlungskräftig ist, sprichwörtlich Gold wert.

Allerdings tritt der Haftpflichtversicherer nicht bei vorsätzlichem Handeln ein – hier war schon auf Grund des Tathergangs (Anlauf aus mehreren Metern Entfernung und mit hoher Geschwindigkeit, mit gestrecktem Bein, in den Gegner gesprungen) von einem vorsätzlichen Handeln auszugehen. Hinzu kam aber noch etwas: Der Gegner hatte vor diesem Angriff angekündigt, er werde „bei der nächsten Aktion die Beine brechen“. Dies würdigte das Gericht zu Recht in einer Gesamtschau als Vorsatz, womit letztlich die Haftpflichtversicherung „raus“ war.

Insgesamt ist die Angelegenheit als Gratwanderung zu bezeichnen: Einerseits gibt es nicht für jede Verletzung beim Fussball Schadensersatz. Andererseits muss der, der den Haftpflichtversicherer mit ins Boot holen möchte, bei seinem Vortrag aufpassen und seinerseits den Vorsatz nicht selbst begründen. Zwischen diesen beiden Polen einen geeigneten Vortrag vor Gericht aufzubauen ist nur selten zu bewältigen.

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