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BGH: Pflicht des Anwalts zur schriftlichen Einholung von Angaben beim Mandaten?

Der BGH (IX ZR 232/08 vom 15.10.09) äußert sich zur Frage, ob und wann der Rechtsanwalt verpflichtet ist, bei seinem Mandaten schriftliche Auskünfte zum Sachverhalt einzuholen:

Es handelt sich um eine Frage des Einzelfalls, ob sich der Mandant auf eine mündliche Informationserteilung beschränken darf oder zu einer ergänzenden schriftlichen Unterrichtung seines Rechtsanwalts verpflichtet ist. Betrifft der Rechtsstreit einen in tatsächlicher Hinsicht komple-xen Sachverhalt wie die im Streitfall gegebene Punktesache und ist der Man-dant – wie das Berufungsgericht hier festgestellt hat – zu einer umfassenden mündlichen Informationserteilung außerstande, ist der Rechtsanwalt im Interesse sei-nes Mandanten sogar gehalten, von ihm ergänzende schriftliche Angaben zu verlangen, weil andernfalls eine schlüssige Klagebegründung überhaupt nicht gefertigt werden könnte. Aus einem fehlenden schriftlichen Informationsverlangen des Beklag-ten kann nicht hergeleitet werden, dass er die Klägerin tatsächlich nicht um eine ergänzende Darlegung ersucht hat.

Rechtsanwalt Jens Ferner: Strafverteidiger & Fachanwalt für IT-Recht | Tel: 02404-92100
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