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Strafrecht

Beteiligung an einer Schlägerei

Beteiligung an einer Schlägerei ist Strafbar: Bei der Beteiligung an einer Schlägerei handelt es sich in Deutschland um einen Straftatbestand:

Wer sich an einer Schlägerei oder an einem von mehreren verübten Angriff beteiligt, wird schon wegen dieser Beteiligung mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn durch die Schlägerei oder den Angriff der Tod eines Menschen oder eine schwere Körperverletzung (§ 226) verursacht worden ist.

Auch wenn der Tatbestand insoweit recht einfach erscheint, ergeben sich bei der Beteiligung an einer Schlägerei gleichwohl erhebliche Probleme und somit Verteidigungspotential.

Was ist eine Schlägerei

Eine Schlägerei im Sinne des § 231 Abs. 1, 1. Alternative StGB ist eine mit gegenseitigen Tätlichkeiten verbundene Auseinandersetzung, an der mehr als zwei Personen aktiv mitwirken (BGH, 4 StR 347/13).

Beteiligung Mehrerer

Mit dem Bundesgerichtshof ist dabei hinsichtlich des Tatbestandsmerkmals “mehrerer” immer zu fragen, ob sich hier mehr als zwei Personen geschlagen haben. Dies darf aber nicht künstlich aufgespalten werden, wie der Bundesgerichtshof (4 StR 347/13) klargestellt hat. Denn damit eine strafbare Schlägerei angenommen werden kann ist es nicht notwendig, dass die wechselseitigen Tätlichkeiten zwischen mehr als zwei Personen gleichzeitig begangen werden.

Eine tätliche Auseinandersetzung zwischen mehr als zwei Personen verliert erst dann den Charakter einer Schlägerei, wenn sich so viele Beteiligte entfernen, dass nur noch zwei Personen verbleiben, die aufeinander einschlagen oder in anderer Weise gegeneinander tätlich sind.

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Jens Ferner

Strafverteidiger

Die für die Erfüllung des Tatbestandsmerkmals der Schlägerei erforderlichen wechselseitigen Tätlichkeiten zwischen mehr als zwei Personen müssen nämlich mit dem BGH nicht gleichzeitig begangen werden. Eine Schlägerei im Sinne des § 231 Abs. 1, 1. Alternative StGB kann vielmehr auch anzunehmen sein, wenn nacheinander jeweils nur zwei Personen gleichzeitig wechselseitige Tätlichkeiten verüben, aber insgesamt mehr als zwei Personen beteiligt sind, und zwischen diesen Vorgängen ein so enger innerer Zusammenhang besteht, dass eine Aufspaltung in einzelne „Zweikämpfe“ nicht in Betracht kommt und die Annahme eines einheitlichen Gesamtgeschehens mit mehr als zwei aktiv Beteiligten gerechtfertigt ist.

Vielmehr hat der Bundesgerichtshof insoweit klargestellt, dass es auch ausreichend ist, wenn sich nacheinander jeweils zwei Personen schlagen. In einem solchen Fall, es ging hier um einvernehmliche Kämpfe, ist mit dem Bundesgerichtshof zu prüfen, ob es einen inneren Sachzusammenhang gibt, der diese einzelnen Schlägereien letztlich verbindet. Es ist insoweit zu unterscheiden, ob man ein einheitliches Gesamtgeschehen künstlich in Zweikämpfe aufspaltet oder ob man, auf der anderen Seite, Einzelkämpfe fehlerhaft zu einem Gesamtgeschehen verbindet. Jedenfalls dann soll mit dem Bundesgerichtshof keine Schlägerei mehr vorliegen, wenn sich so viele Personen entfernt haben, dass letztlich schlicht nutze verblieben sind, die einzelnen und für sich dann eine Prügelei beginnen. Ein derartiges Verhalten ist nicht mehr als Schlägerei im Sinne des Strafgesetzbuchs zu werden.

Beteiligung an einer Schlägerei: Rechtsanwalt Ferner Alsdorf als Strafverteidiger zur Beteiligung an einer Schlägerei

Die Beteiligung an einer Schlägerei hat erhebliche rechtliche und tatsächliche Konsequenzen die auf keinen Fall zu unterschätzen sind!

Tod oder schwere Körperverletzung

Es genügt, dass dessen Tod in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem Gesamtvorgang der Schlägerei steht. Der ursächliche Zusammenhang zwischen der Beteiligung des einzelnen an der Schlägerei und deren schwerer Folge ist hingegen als solcher für die Strafbarkeit nach § 231 StGB rechtlich unerheblich (siehe BGH, 1 StR 368/19).

Rechtsanwalt & Strafverteidiger bei Anwaltskanzlei Ferner Alsdorf
Im Raum Aachen & Heinsberg als Strafverteidiger und Fachanwalt für IT-Recht Ihr Ansprechpartner im gesamten Strafrecht mit den Schwerpunkten Strafverteidigung & Cybercrime und Persönlichkeitsrecht. Weiterhin im Ordnungswidrigkeitenrecht, speziell bei Bußgeldern von Bundesbehörden. Er arbeitet zusammen mit Fachanwalt für Strafrecht Dieter Ferner, dem Kanzleigründer, der im Strafrecht und Verkehrsrecht tätig ist.
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