OLG Karlsruhe zum Ausbildungsunterhalt zwischen Abitur und Studium

Avatar of Anwaltskanzlei Ferner Redaktion

Das OLG Karlsruhe (2 WF 174/11) hatte sich mit dem Ausbildungsunterhalt zu beschäftigen, den ein Sohn von seinem Vater verlangte. Dabei wies der Sohn folgenden Werdegang vor:

  • Juli 2010 – Abitur
  • 22.09.2010 bis 31.07.2011 – freiwilliges soziales Jahr im medizinischen Bereich
  • 01.08.2011 bis 20.08.2011 – Rettungshelferlehrgang
  • seit dem 01.10.2011 – 3jährige Ausbildung zum Krankenpfleger

Er begehrte nun Ausbildungsunterhalt für den Zeitraum August bis September 2011, was das OLG versagte.

Im Kern geht es hier um eine sehr relevante Frage: Wie sieht es mit Ausbildungsunterhalt in dem Zeitraum zwischen Schulabschluss und weiterführender Ausbildung aus? Das OLG hat sich wie folgt postiert: Ein Anspruch auf einen „Erholungszeitraum“ gibt es tatsächlich! Der Sprössling darf sich also durchaus einmal „fallen lassen“, nachdem der Schulabschluss geschafft ist – keineswegs aber darf dies über Gebühr ausgedehnt werden. Vielmehr geht es hier wohl um einen (kurzen/üblichen) Urlaub oder ähnliches. Bei längeren Pausen, auch wenn diese durch Wartezeit auf einen Studienplatz erzwungen sind, ist eine Erwerbstätigkeit durchaus zu erwarten. Das „freiwillige soziale Jahr“ wird dabei als Ausbildung eingestuft (so auch OLG Celle, 10 WF 300/11).

Avatar of Anwaltskanzlei Ferner Redaktion

Von Anwaltskanzlei Ferner Redaktion

Unsere Kanzlei existiert seit 25 Jahren und ist spezialisiert tätig – wir bieten Ihnen Strafverteidiger & IT-Anwälte, die diskret und em­pa­thisch mit etabliertem Namen im Strafrecht & IT-Recht sowie Arbeitsrecht an Ihrer Seite stehen. Bei uns finden Sie Ihren Fachanwalt für Strafrecht und Fachanwalt für IT-Recht. Im allgemeinen Zivilrecht stehen wir allerdings nicht zur Verfügung!