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Zivilrecht & ZPO

Architektenvertrag: Doppeltes Honorar für wesentliche Umplanung

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Dem Architekten, der auf Veranlassung des Auftaggebers seine Architektenleistung mehrfach zu erbringen hat, steht grundsätzlich auch für die neue Leistung das Honorar zu. Dies gilt für alle auf Veranlassung des Bauherren wiederholten Leistungsphasen.

Ein Architekt hatte auf Wunsch des Bauherrn den ursprünglichen Grundriss und das Bauvolumen des Kellergeschosses und des Erdgeschosses eines Mehrfamilienhauses erheblich geändert: Das Kellergeschoss wurde um drei Meter schmaler und insgesamt anders aufgeteilt, im Erdgeschoss wurden die Rampe zum Kellergeschoss von der Grundstücksgrenze weggelegt sowie die Wohnraumfläche und damit das Bauvolumen verringert. Der Bauherr hatte die Umplanung gewünscht, da sich die Vorschriften der Gemeinde über die Anzahl der zu errichtenden Stellplätze geändert hatte.

Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf entschied, dass der Architekt seine erbrachten Leistungen doppelt berechnen durfte. Begründet wurde dies damit, dass bei Planungen für dasselbe Gebäude eine neue Planung nach „grundsätzlich verschiedenen Anforderungen“ vorliegt, wenn sich das Raum- oder Funktionsprogramm wesentlich ändert. Dies kann sowohl bei einer wesentlichen Erweiterung oder Verringerung der Fall sein. Das OLG hat dies hier bejaht, da der Architekt die Pläne aus sachlichen Gründen und nicht nur der Zweckmäßigkeit halber zum zweiten Mal neu gefertigt hat (OLG Düsseldorf, Urteil vom 18.1.2002).

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Von Rechtsanwalt Dieter Ferner

Rechtsanwalt Dieter Ferner ist Fachanwalt für Strafrecht und Anwalt in der Anwaltskanzlei Ferner Alsdorf. Unsere Rechtsanwälte sind spezialisiert auf Strafrecht und IT-Recht und zudem tätig im Verkehrsrecht, Arbeitsrecht sowie im gewerblichen Rechtsschutz. Termin vereinbaren: 02404 92100. Wir bieten einen Telegram Kanal sowie ein LinkedIN-Profil.

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