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Arbeitsrecht

Zeugnisberichtigung: Anspruch auf Zeugnisberichtigung erlischt nach 15 Monaten


Der Arbeitnehmer muss eine Ergänzung oder Korrektur umgehend nach Erhalt des Zeugnisses verlangen. Der Arbeitgeber darf einen Berichtigungsanspruch verweigern, wenn seit Zeugniserteilung bereits fünfzehn Monate vergangen sind.

Dieser Entscheidung lag folgender Sachverhalt zu Grunde: Ein Arbeitsverhältnis wurde durch einen gerichtlichen Vergleich beendet. Dabei verpflichtete sich der Arbeitgeber zur Erteilung eines wohlwollenden qualifizierten Zeugnisses, das er auch umgehend ausstellte. Als die Arbeitnehmerin fünfzehn Monate später eine Zeugnisänderung verlangte, verweigerte der Arbeitgeber die geforderte Korrektur.

Das Landesarbeitsgericht (LAG) Hamm gab dem Arbeitgeber Recht. Es machte deutlich, dass ein Arbeitgeber den Inhalt eines Zeugnisses, das er dem Arbeitnehmer unmittelbar nach dessen Ausscheiden aus dem Betrieb erteilt hat, nicht noch Jahre später korrigieren muss. Er darf vielmehr darauf vertrauen, dass sich der Arbeitnehmer zeitnah bei ihm meldet. Das LAG wies zudem darauf hin, dass der Wahrheitsgehalt von erheblich später geänderten Zeugnissen nicht unbedingt mehr gewährleistet sei (LAG Hamm, 3 Sa 248/02).

Rechtsanwalt Jens Ferner

Von Rechtsanwalt Jens Ferner

Ich habe mich als Strafverteidiger & Fachanwalt für IT-Recht fokussiert auf Rechtsfragen rund um Strafrecht, Technik & Arbeitsrecht: IT-Recht, IT-Vertragsrecht, Softwarerecht, künstliche Intelligenz, Datenschutzrecht, Medienrecht ebenso wie IT-Arbeitsrecht, IT-Strafrecht, digitales Werberecht & Urheberrecht. Ergänzend bin ich bei Ordnungswidrigkeiten und im Unternehmensstrafrecht tätig.

Meine juristische Expertise ergänze ich mit umfangreicher technischer Erfahrung als Programmierer & Linux-Systemadministrator inkl. Netzwerksicherheit, IT-Forensik & IT-Risikomanagement.

Hinweis: Ich persönlich habe mich auf die Beratung von Unternehmen konzentriert und vertrete Verbraucher nur noch bei Strafverteidigungen und im Arbeitsrecht. Ich schreibe im Blog mitunter gerne zu Themen für Verbraucher - das ändert nichts an meiner Tätigkeit!