Pizzabäcker: Mehlstauballergie kann zu Berufsunfähigkeit und Rentenanspruch führen

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Ein mehlstauballergisches Asthma (“Bäckerasthma”) kann zur Berufsunfähigkeit der Inhaberin einer Pizzeria führen.

Rechtsanwalt Ferner Alsdorf - Arbeitsrecht

Dies entschied das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt im Rechtsstreit einer Pizzeria-Wirtin und ihrer Versicherung um die Rentenzahlung aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Das OLG begründete die Verpflichtung zur Rentenzahlung damit, dass die Wirtin auf Grund ihrer Asthma-Erkrankung voraussichtlich dauernd zu mindestens 50 Prozent außer Stande war, ihren Beruf als Pizzeria-Wirtin auszuüben. Sie konnte aus diesem Grund auch keine andere Tätigkeit ausüben, die ihrer Ausbildung und Erfahrung sowie ihrer bisherigen Lebensstellung entsprach. Es war der Wirtin auch nicht möglich, ihre bisherige Tätigkeit in der Küche durch eine betriebliche Umorganisation zu verlagern. Bei einer Tätigkeit an anderer Stelle im Betrieb, beispielsweise an der Theke, lässt sich ein Kontakt mit Mehlstaubspuren nicht vermeiden. Entgegen der Ansicht der Versicherung war ihr auch das Tragen einer Staubmaske nicht zuzumuten. Abgesehen davon, dass selbst Staubmasken nicht absolut dicht sind, würden auch die Gäste an einem derartigen Auftreten Anstoß nehmen. Dies würde sich geschäftsschädigend auswirken (OLG Frankfurt, 7 U 72/99).

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