Arbeitszeugnis: Im Ausbildungszeugnis dürfen keine Rechtschreibfehler sein

Das Ausbildungszeugnis ist äußerlich ordnungsgemäß zu erstellen, muss objektiv richtig sein und einer verkehrsüblichen Bewertung entsprechen: Diese Klarstellung traf das Landesarbeitsgericht (LAG) Hessen (LAG Hessen, Urteil vom 19.7.2017, 8 Ta 133/17). Die Richter stellten in ihrer Entscheidung klar, dass durch die äußere Form eines Zeugnisses nicht der Eindruck erweckt werden dürfe, dass sich der Aussteller vom buchstäblichen Wortlaut seiner inhaltlichen Erklärungen distanziere.

Dazu auch bei uns: Übersicht zum Arbeitszeugnis

Aus § 109 Abs. 2 GewO folge zudem, dass ein Zeugnis keine Merkmale enthalten dürfe, die 

  • eine andere als aus der äußeren Form und dem Wortlaut ersichtliche Aussage treffen, 
  • die Aussage des Zeugnisses entwerten oder 
  • Anlass zu sonstigen negativen Schlussfolgerungen geben. 

Im Zeitalter der mit Rechtschreibkontrolle ausgestatteten Computerprogramme bestehe auch ein Anspruch auf ein von Schreibfehlern freies Zeugnis. Da derartige Fehler nicht mehr als Ausdruck der Rechtsschreibschwäche des Ausstellers gedeutet werden können, sondern leicht vermeidbar sind, geben sie Anlass zur negativen Vermutung, der Aussteller des Zeugnisses könnte sich – durch bewusst mangelnde Sorgfalt – vom Inhalt des Zeugnisses distanzieren. Dabei darf der Arbeitgeber bei Aufforderung zur Korrektur von Fehlern keine späteren inhaltlichen Änderungen mehr vornehmen.