Besonderes elektronisches Anwaltspostfach: Kosten

Es tut sich was beim besonderen elektronischen Anwaltspostfach – angeblich sollen schon bald über die Bundesnotarkammer die BEA-Karten und Lesegeräte für den Registrierungsprozess und die spätere Nutzung zu bestellen sein. Dabei zeigt sich auf der entsprechenden Webseite ein erster Einblick, mit welchen Kosten zu rechnen sein wird.

Update: Am 26.11.2015 hat die Bundesrechtsanwaltskammer bekannt gegeben, dass sich das BEA – auf bisher unbestimmte Zeit – verzögert. Einen Testzugang gibt es weiterhin nicht. Der nächste Anlauf dürfte damit bereits zum Start die Fehler des ersten Anlaufs wiederholen.

BEA-Karte

Wer sich die Basis-Karte ohne Signaturfunktion („Basis“) holt, zahl 29,90 Euro im Jahr. Sie Karte mit Signaturfunktion kostet dann 49,90 Euro pro Jahr. Letzteres laut Webseite „Zzgl. ggf. Kosten für die signaturrechtliche Identifizierung.“ – wie teuer dies also konkret wird weiss man nicht. Die Chipkarte für Mitarbeiter kostet dann 12,90 Euro. Der Preisunterschied zwischen den Karten ist aus meiner Sicht naheliegend und drängt sich geradezu auf – der Arbeitsaufwand ist jeweils sicherlich gravierend unterschiedlich, vor allem zwischen Basis-Karte und Mitarbeiter-Karte.

Lesegeräte

Hier werden aktuell zwei angeboten, das teuere für 129,90 Euro und das kleinere für 59,90 Euro. Das erstere kann schlicht mehr, insbesondere mit dem neuen BPA umgehen.

Kosten der Postfächer

Nicht vergessen: Das Postfach selber wird die BRAK den Anwaltskammern mit 70 Euro pro Jahr in Rechnung stellen. Angesichts des bisherigen Service und der Tatsache, dass man weiterhin nicht einmal eine Beta-Phase zum Testen hat und es sich letztlich um ein kastriertes Email-Postfach handeln wird, kann man auch hier durchaus die Stirn runzeln. Es ist davon auszugehen, dass diese 70 Euro von den Kammern an die Anwälte weitergereicht werden.

Anschaffung: Ich würde anraten, zu überlegen, in jeder Kanzlei von Beginn an ein „grosses“ Lesegerät und mindestens eine Signaturkarte anzuschaffen. Im Übrigen sollte man zum Einstieg auf die „kleinen“ Lösungen (Basis Lesegerät und Karte) setzen und dann sehen, wie es sich entwickelt. Die Kosten sind letztlich für eine Kanzlei eher nicht so gravierend. Gleichwohl ist es lachhaft, dass mindestens 130 Euro jährlich anfallen sollen für eine eher überschaubare Lösung. Da fügt es sich dann ins Bild, dass man ernsthaft bei einem Pflichtangebot dazu schreibt „24 Monate Mindestvertragslaufzeit“. Die Sorge, dass Anwälte kündigen erscheint ja eher unberechtigt.

Meine Übersicht zum Thema BEA

Rechtsanwalt Jens Ferner

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