ePost: Nicht ausgereift?
13. August 2010 eingestellt von Rechtsreferendar Jens Ferner (Diplom-Jurist, hier bei Google+ und XING)
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Aus Neugierde und auch für unsere Kanzlei habe ich ursprünglich versucht, ein ePostfach einzurichten (hier berichtet), jedenfalls zur Zeit habe ich es aufgegeben. Teils entnervt von dem Prozedere, teils auch wegen der zunehmenden Sicherheitsbedenken, die es selbst als Experiment mir schon zu gewagt erscheinen lassen.
Durchgehalten hat die Stiftung Warentest, die inzwischen ihr Postfach laut eigenem Bekunden auch eingerichtet und praktisch getestet hat. Das Ergebnis ist nicht nur “kritisch”, es ist m.E. peinlich was dort zu lesen ist: Dass die Tester die Anmeldeprozedur kritisieren, verwundert angesichts des mehrfachen Bestätigens und der Laufwege für ein elektronisches Postfach (samt der überlangen Dauer) nicht. Wenn ich dann aber noch lese, dass es keine Plausibilitätsprüfungen bei den Empfängern gibt und man Briefe ins Nirgendwo schicken kann, die dann auch noch bis zu zwei Tage Postweg haben sollen, wird es grotesk.
Richtig peinlich ist es aber, dass selbst eine grundlegende Funktion nicht klappen soll: Das Beifügen von Anhängen, jedenfalls PDF-Anhängen. Wenn ich bei Stiftung Warentest lese, dass eine randlose PDF-Datei im Test nicht versendet werden kann, kann ich nur noch fassungslos sein. Beeindruckend ist, wie schnell die Kritiker recht bekommen haben, die auf die Unsicherheiten verwiesen haben: Im Bericht steht auch das Beispiel, dass beim Hochladen alles funktionierte, aber anstelle farbiger Ausdrucke nur ein weißes Blatt Papier beim Empfänger ankam. Das nur als “Startschwierigkeiten” abzutun, wäre zu großzügig angesichts der Bedeutung, die der Postverkehr heute hat. Ich selbst habe das Thema für unbestimmte Zeit abgelegt – selbst zum Experimentieren ist es mir zu riskant, auf jeden Fall zu nervig.
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(Tags: de-mail, epost)