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Anmerkung: Dafür gibt es Datenschutz

Mir ist etwas interessantes passiert, das ganz gut verdeutlicht, welche Rolle “Datenschutz” heutzutage spielt. Eine Bekannte, die dem Thema nicht wirklich zugänglich war, sprach mich kürzlich an, ob ich ihr helfen könnte. Denn plötzlich ist Datenschutz bei ihr das Thema Nr.1.

Hinweis: Vorlagen zur “” und weitere Ausführungen zum Thema finden Sie hier.

Hintergrund: Sie möchte demnächst ein Auto kaufen. Sie hat ca. 6.000 Euro gespart und möchte damit anzahlen. Die restliche Summe soll über einen Kredit finanziert werden. Sie ging zu einem Kreditinstitut, bewaffnet mit ihren Einkommensbescheinigungen (seit mehr als 7 Jahren beim gleichen Arbeitgeber beschäftigt, ganz ordentliches Einkommen) und mit einem Bausparvertrag (5stellige Summe), der in ca. 2 Jahren fällig ist und den sie vorab an das Kreditinstitut abtreten würde. Nach Abzug von Anzahlung und erwarteter Summe aus dem Bausparvertrag verbleibt eine mittlere vierstellige Summe.

Das Gespräch lief soweit gut, ihre Daten wurden aufgenommen und dann meinte die Dame, sie müsse nun “auf die Selbstauskunft” warten. Als dann die Selbstauskunft da war, wurde ein horrender Zinssatz von 12,5% angeboten, mit den Worten, dass bei dem - meiner Bekannten nur dieser Zinssatz möglich sei – die Bearbeiterin könne da nichts machen, das liefe automatisiert. Ich lasse außen vor (sofern das wirklich so war), wie so etwas mit §6a BDSG vereinbar ist – es geht hier um keine rechtliche Bewertung. Ein anderes Kreditinsitut war problemloser, hier fragte man den Scoringwert ab, sichtete die Unterlagen und bot 6% Zinsen an. Der dortige Mitarbeiter gab dabei den Hinweis, dass es wohl eine Rolle gespielt hat, dass sie in den letzten 3 Jahren etwa 5 Mal umgezogen sei (als Student nicht so ungewöhnlich, was der Sachbearbeiter auch entsprechend eingestuft hat).

Seitdem passiert nun das, was ich schon einmal versucht habe zu erklären: Wenn man in seinem Leben irgendwann einmal aus der heilen rosa-roten Welt fällt, und sich dann zum ersten Mal um das Thema kümmert, hat man plötzlich viel Zeitverlust und Arbeit am Hals. Ihre natürlich umgehend (und natürlich zum ersten Mal beantragte) Selbstauskunft ist natürlich immer noch nicht da, ihr aktuelles Scoring kennt Sie immer noch nicht. Da weitere Anschaffungen in naher Zukunft anstehen, kommt die Sorge dazu, wie sicher die Finanzierung nun ist.

Warum ihr Scoring schlecht sein sollte, hatte sie zuerst nicht verstanden: Sie habe doch erst sehr kurze Zeit ein Konto, keine Kreditkarte und noch nie einen Kredit oder eine Ratenzahlung genutzt. Dass eben diese Punkte das Scoring gering halten, weil das Scoring nicht nur vorhandene Zahlungsausfälle, sondern auch eine vorhandene Zahlungs-Erfahrung (!) bewertet, das war ihr gar nicht klar. Und wie üblich: Plötzlich ist die ganze Familie “heiß”, jeder beantragt nun Selbstauskünfte und kontrolliert seine Einträge. Datenschutz? Gestern noch das Spinner-Thema, heute plötzlich das Thema Nr.1.

Anmerkung: Ob es wirklich (nur) an den Umzügen liegt weiß ich nicht, die Information muss auch mit Vorsicht genossen werden, je nach . Z.b. die Schufa wirbt damit, dass jedenfalls die Wohngegend nicht in das Scoring einfließen soll. Damit ist zwar noch nichts über die Umzüge an sich gesagt (die die Schufa ja erfassen können müsste, da man frühere Anschriften ja auch erfasst), ich habe aber mindestens einen gefunden, bei des es angeblich keine Rolle spielte. Leider ist hierzu wohl nichts genaues bekannt, insofern ist es nur richtig, dass das Unabhängige Zentrum für Datenschutz hier erhebliche Kritik geübt hat.

Zu meinem eigenen Scoring: Mangels offener “Formeln” kann ich hier nur ein paar allgemeine Hinweise geben, ich selbst habe ein sehr gutes Scoring bei der Schufa. Dabei bin ich selbst (offiziell) nur 2 Mal in 20 Jahren umgezogen. Als Student geht das ganz gut, indem man bei seinen Eltern weiter gemeldet ist und diese Anschrift immer nutzt. Weiterhin habe ich ein Konto (mit Dispo-Kredit), das ich bereits seit 20 Jahren nutze, was sich auch positiv auswirken dürfte. Dazu niemals Zahlungsausfälle, wobei ich – nur zu diesem Zweck! – hin und wieder, so alle 1-2 Jahre, etwas kleineres “auf Raten” kaufe, wobei ich darauf achte, dass hierbei die Schufa informiert wird: Damit bei fertiger Abzahlung die Schufa über die problemlose Abwicklung informiert wird. Auch das müsste das Scoring anheben; jedenfalls hat mir meine Hausbank bestätigt, dass ich ein “Traumscoring” hätte. Und natürlich: Einmal jährlich wird eine Schufa-Auskunft eingeholt und kontrolliert.

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