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Archiv für Dezember, 2009

Die 2. Strafkammer – Beschwerdekammer – des Landgerichts Itzehoe hat mit dem gestern zugestellten Beschluss vom 08.12.2009 die Beschwerde eines Autofahrers gegen die vorläufige Entziehung seiner Fahrerlaubnis und die Beschlagnahme seines Führerscheins verworfen, obwohl lediglich ein Polizeibeamter ohne Rücksprache mit einem Richter die Blutprobe angeordnet hatte. Die Kammer hält – anders als der 1. Senat [...]

Unterlassung von Äußerungen eines Schulleiters: Anspruchsgegner?

Der Anspruch auf Unterlassung von Äußerungen durch einen Amtsträger (hier: Schulleiter), die im Zusammenhang mit der Erfüllung hoheitlicher Aufgaben stehen, ist nicht gegen den Amtsträger, sondern gegen seine Anstellungskörperschaft zu richten. (OVG Lüneburg, 2 ME 313/09). Aus dem Urteil: Wird – wie hier – ein Anspruch auf Unterlassen von Äußerungen, die im Zusammenhang mit der [...]

Und wieder: Die polizeilich angeordnete Blutprobe

Das OVG Lüneburg (12 ME 234/09) zur Verwertbarkeit einer polizeilich angeordneten Blutprobe im Fahrerlaubnisentziehungsverfahren: Für den Bereich des Fahrerlaubnisrechts ist weder im Straßenverkehrsgesetz noch in der Fahrerlaubnis-Verordnung ein ausdrückliches Verwertungsverbot für nicht richterlich angeordnete körperliche Untersuchungen bestimmt. Die Fahrerlaubnisbehörde darf daher im überwiegenden Interesse an dem Schutz hochrangiger Rechtsgüter einer großen Zahl von Verkehrsteilnehmern in [...]

Zur Anordnung einer Fahrtenbuchauflage

VG Göttingen (1 A 210/09): Die Anordnung einer Fahrtenbuchauflage erfordert keine Kausalität zwischen Mitwirkungshandlung des Halters und der Nichtfeststellbarkeit des Fahrzeugführers.

OLG Oldenburg: Nuckeln-lassen an nackter Brust nicht zwingend sexueller Mißbrauch

Im Folgenden ein Urteil des Oberlandesgericht Oldenburg (1 Ss 210/09): Die Angeklagte ist am 19. März 2009 vom Amtsgericht Leer wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in 6 Fällen in Tateinheit mit sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen (§§ 174 Abs. 1. 176 Abs. 1 StGB) zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 8 Monaten verurteilt worden, deren Vollstreckung zu Bewährung [...]

Aktuelle Urteile zur Impressumspflicht

Im Folgenden einige ausgewählte aktuellere Urteile zum Thema Impressumspflicht auf der eigenen Homepage. Insgesamt sollte sich inzwischen – nach fast 10 Jahren – herumgesprochen haben, dass man im Regelfall ein Impressum haben muss, es zumindest bereit halten sollte (als Einstieg empfiehlt sich die Lektüre der §§5,6 TMG sowie der §§54, 55 RfStV). Hinweis: Dieser Artikel [...]

Impressumpflicht bei Twitter?

Hinweis: Dies ist ein älterer Artikel, den ich der Vollständigkeit halber nach hier kopiert habe. Henning Krieg hat sich inzwischen sehr ausführlich dem Thema gewidmet, hier ist sein erster Artikel zum Thema zu finden. Im Folgenden mein originaler Artikel. RA Henning Krieg äußert in der Computerwoche (zu lesen hier), dass es natürlich eine Impressumspflicht bei [...]

Abmahnungs-TOP10 im Internet

Ich liste hier meine persönliche Top-10 zum Thema Abmahnungen auf: Die aus meiner Sicht häufigsten Irrtümer bzw. Fehler, die zu einer Abmahnung führen (können) und teilweise unbekannt sind. Achtung: Privat-Personen sind mitunter auch betroffen. Hier meine Top10 zu Abmahnungen (die eigenlich eine Top11 ist):

Domainrecht: (Keine) Störerhaftung des Admin-C?

Die Problematik: “Haftung des Admin-C” Seit langem streitet man sich, ob und wie der Admin-C bei einer Domain (als Störer) haften soll. Das OLG Köln (6 U 51/08) hat im August entschieden, dass ein Admin-C grundsätzlich nicht als Störer heranzuziehen ist. Das Urteil ist in mehrlei Hinsicht nützlich. Ebenso nun auch das OLG Düsseldorf (I-20 [...]

6-Jähriges Kind keine geeignete Aufsicht für brennende Kerzen

In der Weihnachtszeit sind durch brennende Kerzen ausgelöste Brände leider ein ständiges Streitthema zwischen Versicherungen und deren Kunden. Besonders fragwürdig war dabei die Argumentation eines Kunden, der darauf verwiesen hat, dass er – während er selbst ein Bad genommen hat – die brennenden Kerzen gerade nicht alleine zurück gelassen hat, sondern sein 6-Jähriges Kind in [...]

Wortklauberei im Wettbewerbsrecht: Was ist “akut”?

Bei Abmahnungen von Werbeanzeigen geht es gerne um Wortklauberei, so auch in einem aktuellen Urteil des LG München I, bei dem man sich um die Bedeutung des Wortes “akut” gestritten hat. Ein Pharmaunternehmen hatte ein Mittel gegen „Sodbrennen und saures Aufstoßen“ mit der Bezeichnung „akut“ angeboten. Das nicht verschreibungspflichtige Medikament wirke aber – so der [...]

Zur Frage der Räumpflichten auf einer Staatsstraße in der Nacht

Wer nachts auf der schneebedeckten Abfahrt einer Staatsstraße ins Schleudern gerät, kann dafür nicht den räumpflichtigen Freistaat Bayern verantwortlich machen. Das Landgericht Coburg hat die Klage eines Autofahrers auf 1.500 € Schadenersatz und weitere 1.500 € Schmerzensgeld abgewiesen.

Lizenzgebühr bei unerlaubter Verwendung von Karten auf Webseiten

Wer von einer fremden Homepage einen Plan kopiert und auf der eigenen Homepage als Anfahrtsskizze nutzt, verletzt das Urheberrecht. Er hat dem Ersteller des Planes eine angemessene Lizenzgebühr zu bezahlen, die sich danach richtet, was ein vernünftiger Lizenzgeber gefordert hätte. Ein kartographischer Verlag, der Stadt – und Landkreiskarten herstellt, unterhielt auch eine eigene Homepage, auf [...]

Hartz- IV- Empfänger brauchen nicht in Obdachlosenunterkunft zu wohnen

Ein Hartz- IV- Empfänger braucht nicht in einer Obdachlosenunterkunft zu bleiben, sondern ist berechtigt, eine eigene Wohnung anzumieten. Das hat jetzt das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen (LSG NRW) in einem Eilverfahren entschieden. Die Essener Richter gaben damit einem 59- jährigen Mann aus Velbert Recht, dem die zuständige Gemeinde ein Zimmer in einem Übergangsheim in Heiligenhaus zugewiesen hatte. [...]

Sozialgericht Aachen: Augenoptiker zur Auskunft verpflichtet

Am 08.12.2009 hat die 13. Kammer des Sozialgerichts Aachen in drei mit Spannung erwarteten Urteilen verschiedene Augenoptiker dazu verpflichtet, Auskunft über Leistungs- und Abrechnungsvorgänge für den Zeitraum 2001 bis 2003 zu erteilen. Die Klägerin, eine gesetzliche Krankenkasse, hatte diese Auskünfte verlangt, nachdem sie und andere Krankenkassen Hinweise auf vermeintliche Fehler und Auffälligkeiten bei der Abrechnung [...]

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